Montag, 29. Dezember 2014

Weihnachten, Hochzeiten und andere Feste

Frohe Weihnachten euch allen. Nach einer wunderbar indischen Weihnachten möchte ich euch ein bisschen erzählen was so passiert ist bei uns…
Zuerst einmal gingen wir zu zwei Hochzeiten einmal mit AFS und das andere Mal hat die Cousine meiner Mutter geheiratet und sie (Aaee) hat das Makeup gemacht. Ich finde indische Hochzeiten ehrlich gesagt ziemlich langweilig, denn bei der Zeremonie hört niemand zu sondern schwätzt mit seinen Nachbarn und Verwandten, die er vielleicht noch nie getroffen hat. Zuerst ist am Abend vor der Hochzeit eine Pooja und die Braut wechselt ihren Sari in der Mitte natürlich. Insgesamt braucht eine Hindu-Braut 5 verschiedene Saris für ihre Hochzeit und muss natürlich die ganze Zeit wechseln. Und hier ist es normal, dass man nicht nur dem Brautpaar Geschenke gibt sondern das Brautpaar gibt auch welche an die Familie. Und die Geschenke kommen halt meistens nur von der Brautseite, so quasi als Mitgift für ihr Leben in einem neuen Haushalt. Gewisse Familien verlangen dann verrückte Dinge, wie ein Auto, eine Mikrowelle, etc. Das Beste an den Hochzeiten ist das Tanzen, das Essen und die Kleidung. Da ich Saris eigentlich ziemlich gerne mag durfte ich einen Sari von meiner Mutter auslehnen (Das gute an Saris ist, das sie nie zu klein oder zu gross sind^^). Mit dem indischen Tanzen habe ich es nicht so, aber eigentlich ist es sehr einfach man streckt einfach seine Arme über den Kopf und macht einen Schritt vor und zurück… oder so sieht es wenigstens für mich aus J Da ich an zwei Hochzeiten war an denen das Essen sehr verschieden war kann ich es nicht so beurteilen, aber es muss ungefähr für 400 Leute reichen an einer normalen Hochzeit. Die meisten wählen da schon ein billigeres Gericht wie Daal und Reis mit einer Süssigkeit, doch an einer Hochzeit gab es so ziemlich alles. Es gab Eiscreme, Chinesisches Essen, Salate, Nudeln, etc. Doch man fühlt sich nicht so festlich wie an einer Schweizerischen Hochzeit, da es ziemlich gross und unübersichtlich ist. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis. Mein Vater ging an eine Hochzeit mit 5‘000 Gästen, da der Vater der Braut ein Politiker war.
Apropos: Da mein Vater eine kleine Berühmtheit ist, wegen seinem Einsatz für die Umwelt kam vor zwei Wochen ein wichtiger Politiker zu unserem Garten. Da dieser Mann wichtig ist, musste er natürlich auch 1 ½ h zu spät kommen, wie könnte es anders sein? Deshalb kam ich dann auch zu spät zum Geburtstag von Janhavi…
Mit meinem normalerweise ziemlich unnützen College gingen wir tatsächlich auf einen Trip! Und zwar in das Küstengebiet von Maharashtra. Kokan. Da man so ungefähr 6-7 h mit dem Auto fahren muss bis man dort ist, wollten wir pünktlich um 21 Uhr abends losfahren damit wir schon am morgenfrüh in Pali, einem Ort mit einem speziellem Ganeshtempel, ankommen. Doch pünktlich um neun meint, dass man um 21.15 schon mal dem Busfahrer anruft um ihm zu sagen, er solle doch kommen. Der Busfahrer muss aber noch alles vorbereiten und andere Arbeiter/innen einsammeln, die dann kochen etc. Und deshalb kommt der Bus dann pünktlich um 23 Uhr. Das lustige daran war, dass ich mit meiner Schweizer Pünktlichkeit nervös zuhause herumgeblabbert habe, weil wir um 20.55 immer noch zuhause waren!
„Aber sie sagten pünktlich um 21 Uhr! Dann sind jetzt sicher schon alle dort und der Bus ist auch schon da! Was wenn sie ohne mich abfahren? Sie haben ja schliesslich gesagt: PÜNKTLICH um 21 Uhr! …“ Meine Gastmutter hat nur ein bisschen gelächelt und mir geraten, vielleicht doch einmal Meditation zu versuchen, das würde mich vielleicht Beruhigen.

Mit der Meditation habe ich es nicht so. Ich ging mit meiner Mutter in einen Yogakurs und nach ca. 4 Tagen durfte sie alleine gehen. Ich habe wirklich nichts gegen Yoga und eigentlich mag ich die Übungen sogar, da sie wirklich entspannend sind. Doch unser Yogakurs war für kranke Menschen und deshalb wurde am Anfang sehr viel Meditation gebraucht und nur langsam die Übungen mehr und mehr eingebaut. Stellt euch vor ihr seid extra um 6.45 in euren Ferien aufgestanden, nur um dann 45 min im Schneidersitz auf dem Boden zu Hocken und OOM zu sagen. Ich mochte es nicht. Allerdings hat mir eine Freundin den Sonnengruss gezeigt, was nur aus Dehnungsübungen besteht und das versuche ich jetzt jeden Tag am Morgen ein paar Mal zu machen.
Zurück zu Kokan J : Nach dem wir Pali gesehen haben, es gab eigentlich gar nichts zu sehen aber egal, gingen wir zu Raigad. Raigad war die Burg von Shivaji einem Herrscher in Maharashtra und auf einem Berg. Man konnte hochlaufen oder aber mit einer Gondelbahn gehen. Die Gondelbahn war sehr teuer und sehr, sehr langsam aber da es gerade ~13.00 Uhr war, war es sehr heiss. Deshalb beschloss unsere Gruppe mit der Gondel zu gehen. Doch da nur ungefähr 16 Personen in einer Viertelstunde transportiert werden können, durften wir geschlagene 3 Stunden und ein paar Minütchen warten. Die aus unserem College, welche gelaufen sind, waren etwa eine Stunde früher oben angekommen. Für ein paar war es das erste Mal, dass sie eine Gondel genutzt haben und sie waren ja soooo aufgeregt! Und soooo Glücklich.
In der Nähe von Raigad war dann auch unser Hotel in dem wir die Nacht verbrachten. Jeweils fünf in einem zweier Zimmer mit einer extra Matratze. Also drei Matratzen = fünf Personen… Ich habe dann freiwillig gewählt auf dem Boden zu schlafen, weil die Betten, welche wir zusammen geschoben haben, einfach so überfüllt waren. Am Morgen gab es natürlich pünktlich à la India Tee um 7.30. Unsere Gruppe die wegen Rose und Mir, wir haben die halt ein bisschen angetriebenJ, schon um 7.45 unten war, nun wie kann ich es sagen? Wir waren Mutterseelenallein. Weil wir deshalb viel zu spät abgefahren sind. (10.30 nenne ich nicht früh) kamen wir auch erst so um 15.00 am nächsten Ort an. Der nächste Ort, vielleicht merkt ihrs, ich habe keine Ahnung wie man den Namen schreibt, war eine Burg welche im Arabischen Meer ist. Ungefähr 500m vom Festland entfernt. Es war wirklich schön und man sagt es ist die einzige Burg welche Shivaji, der ja in Raigad wohnte, nicht einnehmen konnte. Mit einem diesmal schnellen und überfüllten Transport, fühlte man sich vielleicht etwa so wie Flüchtlinge die in einem Bötchen nach Europa kommen. Aber nach fünf Minuten ist das Sardinenspiel auch schon vorbei. Diese Burg ist wirklich schön, und da man dass alles mit einer Führung macht war es wenigstens für die Hindi sprechenden unter uns sehr interessant. In dieser Burg gibt es obwohl sie in einem Salzwassermeer ist, zwei Frischwasserzugänge, was halt schon spannend ist.
Dann als wir von dort weggingen zu unserem nächsten Ort, dem Strand wurde es schon dunkel und wir waren dann eben in der Nacht am Strand und den letzten Punkt unserer Fünf Besuchspunkte-Liste war Alibag. Leider sahen wir nichts von Alibag, ausser eine Souvenirstrasse, welche nur Eiscreme, Pani Puri, Pav Bhaji (Beides Essen) und ein paar billige leuchtende Plastikspielzeuge verkaufte.  Am nächsten Morgen kamen wir dann auch Zuhause an und da Kokan nicht so kalt ist wie Nasik, hatten wir das Glück die kältesten Tage zu verpassen ( Es wurde 4°C, BRRRRR) Eigentlich ist es immer noch kalt und da die Wohnungen so ausgerichtet sind, dass es im Sommer möglichst kühl ist, bin ich doch schon den ein oder anderen Tag durchgefroren da gesessen.
Am 24 Dezember war, wir ihr wohl alle wisst, Heilig Abend. Da ich mit meiner Familie darüber gesprochen habe und ihnen dann auch so ein bisschen erzählt habe wie wir feiern, wollten sie mich Glücklich machen und das ist ihnen auch super gelungen! In dem Treeclub, wie Rose und ich die Gruppe die mein Vater gegründet hat nennen, waren sie auch schon sehr aufgeregt das erste Mal in Ihrem Leben Weihnachten zu feiern. Deshalb wurde das Ganze eine richtige Indische Weihnachtsparty mit ungefähr 100 Gästen, Christmascake, natürlich ein paar Wiehnachts-Guetzli, Weihnachtsbaum, Krippe und einem Samichlaus. Es war wirklich schön so Weihnachten zu feiern auch wenn die Schweizerweise halt meine richtigen Weihnachten sind. Da eigentlich alle Gäste Hindus waren und noch 1 Muslim, lasen meine Marathilehrerin und ich die Weihnachtsgeschichte vor. Zuerst wollten sie, dass ich die Marathiversion vorlese, doch dieses Projekt haben wir schnell wieder aufgegeben. Deshalb habe ich unnötigerweise Englisch gelesen und sie danach in Marathi. Unnötig, weil eig. Alle Marathi besser verstehen. Doch alle haben sehr gut zugehört und wirklich Freude gehabt die Geschichte zu hören, von Maria und dem Engel, Jesus und den Hirten. Ausserdem waren ein paar der Gäste wirklich gute Sänger/innen und haben das ein oder andere Lied gesungen. Sogar ein Weihnachtslied wurde extra für uns drei gesungen (Es gibt sie eben nicht in Marathi oder Hindi)
Doch was die Meisten über Weihnachten wissen ist, das da ein Santa ist und das man Geschenke gibt. Deshalb bekam ich(Irgendwie niemand sonst, weil ja alle zu unserem Haus kamen und so, aber ich teile die Teilbaren natürlich mit meiner Familie) viele Geschenke, ein paar die wirklich süss und schön sind und ein paar die eher das Gegenteil sind. Nichtsdestotrotz einem Geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul J
Am 25 Abend ging ich dann zu Rose Haus und wir feierten in einem kleineren Masse und mit halb Europäischem Essen Weihnachten. Halb Europäisch meint; selbst gemachte Falafel und Kartoffelkugeli und einen Kohlsalat und was wirklich toll war; Orangensaft. Eigentlich kann man in Indien alles finden was man will, doch es ist einfach so teuer( wenigstens für Indische Umstände) Deshalb und natürlich weil das Indische Essen fabelhaft ist, esse ich nicht viel Europäisches. Ich vermute übrigens,  dass man von Daal abhängig werden kann, denn nach zwei/drei Tage ohne, vermisse ich ihn schon fast.
Frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr.








Montag, 15. Dezember 2014

Tornmal

* Aufgrund des nicht verfügbaren Internets kommt dieser Eintrag leider 2 Wochen später und sorry für die komische Aufteilung mit den Bildern, hat nicht so wirklich funktioniert ^^

Es ist schon bald Weihnachten und ich bin mir sicher, dass die Kerzlein zu Hause brennen und das Cheminée in regem Gebrauch ist. Doch hier herrscht keine Weihnachtsstimmung, es ist jetzt zwar langsam ein bisschen kälter aber nur durch die Nacht. Mittags wird es dann wieder warm. Es gibt auch nicht wirklich viel Beleuchtung oder so, und trotzdem wird dies wohl ein Weihnachten das schwer zu vergessen ist. Schon seit langer Zeit plant mein Vater eine Weihnachtsparty mit vielen Leuten die alle noch nie wirklich Weihnachten gefeiert haben und denken es besteht aus Weihnachtsbaum und Samichlausmütze...
Doch da meine Familie einen Ofen gekauft hat, kann ich jetzt tatsächlich Brot und viele, viele Weihnachtsguetzli backen. Was meistens ziemlich lustig rauskommt, da ich irgendwelche Rezepte aus dem Internet nehme und irgendwie improvisiere.
Doch jetzt muss ich euch erzählen was bei mir in den letzten Wochen so passiert ist, denn das ist ja worum es in diesem Blog geht, mein Indisches leben.
Nun, in den letzten zwei Wochen hat es ganz viel Berge und Landschaften beinhaltet und eventuell auch unzählige Affen und ein kleines Schlängchen.
Mit der Naturorganisation unserem College gingen wir nach Brahmagiri, dem zweit höchste Gipfel in Maharashtra und mit 1800m gar nicht so tief. Also ziemlich hoch. Dort gab es viel zu sehen zum Beispiel viele Affen, die jegliche Angst vor Menschen verloren haben, doch die Menschen ihre Angst leider nicht. So wurden wir angewiesen unsere Handys wegzustecken und unseren Rucksack immer zu tragen, denn die Affen könnten ihn ja entwenden. Auch wenn der Rucksack wahrscheinlich schwerer ist als die Affen selbst. Naja Teamwork maybe? ;)  Und es war auch nicht zu überhören, wie die Mädchen herumgeschrien haben wenn sich ein Äffchen genähert hat. Ich habe es dann doch gewagt und mein Handy gebraucht um ein Photo zu schiessen.
Eigentlich waren wir mit dieser Naturorganisation dort und sollten etwas für die Natur tun, doch dann sind wir wiederum in Indien…
Also haben wir ein paar Foto’s geschossen mit Abfall in den Händen( Welcher danach wieder an denselben Ort geschmissen wurde) und das wars. Für die, die es nicht wissen, Indien hat grosse Probleme mit Abfall. Alle schmeissen einfach alles auf die Strasse und an Touristischen Orten ist auch alles voller Abfall. Es ist irgendwie einfach typisch Indisch, zu Hause wird das Haus täglich geputzt und der Abfall geleert aber auf der Strasse interessiert es niemanden, denn es ist ja nicht ihr Zuhause. Doch der Premier Minister, Modi, hat eine neue Kampagne gestartet für ein sauberes Indien. Deshalb werden jetzt mehr Programme zur Aufklärung der Bevölkerung etc. gemacht.

Tornmal-See
Mein Gastvater und ich geniessen die Sterne





Eine Bäuerin und ihr Mädchen, sie hießen uns sehr freundlich willkommen
Die Affen sind überall in Brahmgiri
Fast die ganze Gruppe - Die Aussicht war fantastisch

Fast alles hier ist irgendwie mit Religion verknüpft und da in Brahmgiri die Quelle von Godavri (Der zweite Ganga Indien’s und ein ziemlich langer Fluss) liegt, sowiso. Freunde aus der Schule haben mir alles genau erklärt beziehungsweise erzählt und doch habe ich nur die Zusammenfassung behalten. Naja, es hatte ein paar Tempel dort und da meine Familie nicht so religiös ist, war das eines der ersten Male, dass ich in einen Tempel ging.
Es war auch der Tag an dem ich eine Schlange mitten in der Natur gesehen habe, sie war ziemlich klein aber hochgiftig wurde mir gesagt. Ich finde es faszinierend, dass man all das einfach so sehen kann.
Tornmal
Doch jetzt kommen wir zum Highlight dieses Monats oder wahrscheinlich der ganzen fünf Monate. Es wird mir gerade bewusst, dass es schon ein halbes Jahr her ist, das ich von Zuhause weg gegangen bin und in einer Kleinstadt Indiens gestrandet bin…
Die Hälfte meiner Zeit hier ist vorbei und ich weiss nicht ob ich Traurig oder Glücklich sein soll, doch am Ende überwiegt die Traurigkeit, dass nun die Hälfte meiner Zeit hier vorbei ist und das ich nur noch fünf Monate mit Leuten zusammen sein kann die ich ein gefühltes Leben kenne schon. Es gibt sie tatsächlich, diese Menschen. Ein paar von euch haben sich sicher gefragt ob ich keine Indischen Freunde habe, da ich keine Fotos mit Indern hoch lade. Aber es braucht halt einfach Zeit die richtigen Menschen zu finden und ich bin froh habe ich das auch. So ist zum Beispiel meine Marathilehrerin nur zwei Jahre älter als ich und von 1 ½ Stunden passiert es öfters, dass wir eine Stunde über irgendwelche Themen diskutieren ohne Marathi zu machen, aber da sie mir freiwillig und gratis Klassen gibt ist das nicht so schlimm.
Tornmal
Mein Marathi macht auch immer wieder Fortschritte und manchmal ist es ganz lustig, da ich denke sie brauchen ein Englisches Wort und mir ihre Sätze dann irgendwie zurecht lege bis ich nach einer gewissen Zeit dahinter komme, dass es KEIN Englisches Wort ist und dann muss ich irgendwen nach der Übersetzung fragen  
Aber jetzt das Highlight:
Mit meinem Vater, meiner Marathilehrerin, ihrem Cousinbruder und einem Freund meines Vater der gut Autofahren kann, ging es am Montagmorgen um 6 Uhr los.
6 Stunden und 300 km später sind wir auch schon am Ziel, Tornmal. Eine Bergstation zwischen den drei Staten Maharashtra, Madhya Pradesh und Gujarat. Ein Ort an dem die Luft noch rein ist und man die Sterne klar sehen kann. Ein Ort, an dem viele Bauern leben und die Kinder stundelang laufen müssen um in die Schule zu gelangen, wenn sie überhaupt gehen.

Für mich ist Indien in vielen Dingen Endlos, doch was mich immer wieder erstaunt ist die Endlosigkeit der Landschaft; wenn man in den Bergen ist sieht man nur Berge wenn man in einem Tal ist, ist alles Flach.
In Tornmal haben wir drei Tag und zwei Nächte verbracht und es einfach genossen. Eine Pedalofahrt auf dem See, ein Lagerfeuer und eine nächtlich Wanderung durch das ganze Dorf. Oder der Sonnenuntergang und der Rosengarten, die Höhle oder die Wanderung entlang den Klippen, geführt von einem Jungen der Lotusblüten zu verkaufen gehofft hatte. Es waren drei Tage aber es fühlte sich an wie eine andere Endlosigkeit. Die Diskussion über Probleme und die verschiedenen Umsetzungen der Lösungen. Alles in allem war es einfach wundervoll. Und meine Füsse haben jetzt einen einen Flipflop Abdruck.
Durch die Nacht wurde es zwar ziemlich kalt doch durch den Tag war es wieder sehr warm und es ist nicht wirklich ein Problem gewesen. Ich vermisse den richtigen Winter schon ein bisschen vor allem das Gefühl das man bekommt.   
Manchmal war es auch sehr schwer all diese Armut in Tornmal zu sehen. Da dort quasi nur Bauern leben. Bauern sind die Ärmsten in Indien. Nicht die Menschen in den Slums der Grossstädte sondern die, die irgendwo in einem gottvergessenen kleinen Dörfchen wohnen und stunden brauchen bis sie auch nur zu einer Strasse kommen. Die meisten Menschen die wir getroffen haben waren unterernährt und viele Kinder hatten keine oder wenig Kleider. Die Hütten waren aus Lehm und Holz, die Dächer manchmal aus Stroh oder aus den Überresten der letzten Maisernte( also den Stängeln). Es war sehr traurig all dies zu sehen und zu wissen, dass man ihnen nicht helfen kann, und schon 10 Rupien viel Geld sind.
Vielleicht tut es uns manchmal gut, innezuhalten und aufzuschauen und uns umzuschauen und zu bemerken, dass diese Welt immer noch ein schrecklicher Platz ist, egal wie sicher unser eigenes Leben scheint, dass Kinder für uns arbeiten und nicht in die Schule gehen, aber auch nicht wirklich Geld verdienen. Dass Menschen für ihr Essen kämpfen müssen und ohne fliessendes Wasser, Strom oder Fernsehen auskommen. Dass Kinder Stundenlang laufen müssen nur um ein grundlegendes Recht wie Bildung zu geniessen. Dass Dinge wie Korruption und Gier sehr vieles kaputt macht und zwar nur damit eine einzige Familie besser lebt. Nein, diese Welt ist nicht fair aber wann war sie das schon? Immer wieder hören wir Nachrichten von Kriegen und Aufständen von Hoffnung im Dunkeln und doch sind es dieselben Nachrichten, die schon vor 1000 oder 2000 Jahren die Welt erschüttert haben. Wir denken immer wir machen Fortschritt für Fortschritt, aber wenn wir einfach mal stoppen und uns Umschauen werden wir erkennen das unser Fortschritt ein ziemlich zerstörerische Seite hat und das der Mensch sich langsam selbst auslöscht, aber mit ihm auch alles andere auf dieser Erde. Und doch sollten wir nicht wenigstens versuche etwas zu tun? Irgendetwas auf dieser Welt zum Guten zu verändern? Sei es unsere Einstellung oder das Konzept einer Nation. Wir alle wollen Gutes tun und es beginnt mit uns selbst! Aus dir heraus muss die Veränderung geschehen. Denn wenn auch die ganze Welt wie aus dem nichts einfach so ändert und wir Menschen bleiben gleich, dann versichere ich dir, sind wir nach ein paar Jahren wieder gleich weit. Ich beginne mit der Person im Spiegel und wenn jeder das macht, dann können wir etwas ändern und wenn auch nicht die Welt so doch uns selbst. Deshalb bitte ich dich aufzuschauen und dich umzuschauen. Nimm dir Zeit und lass das Schreckliche dieser Welt auf dich einwirken, aber lass es dich nicht zerstören und lass die Veränderung zu.

Dieser letzte Teil war vielleicht nicht etwas, was auf einen Austauschjahr Blog gehört und trotzdem sind es die Gedanken die Zurzeit in mir herumwandern und die ich mit euch Teilen möchte. Es sind schlussendlich diese Dinge die uns zu den Menschen machen die wir sind und nicht welche Berge wir gesehen haben und welche nicht.
Eine wunderschöne Weihnachtszeit, welche ja auch die Zeit der Besinnung und der Ruhe ist, wünsche ich jedem Leser

Donnerstag, 13. November 2014

Diwali

Nach 1 ½ h in der Schule, in der mein Fachwissen über Wirtschaft oder besser gesagt, meine Fähigkeit die Antworten auf die vor der Prüfung gegebenen Fragen auswendig zu lernen, geprüft wurde bin ich zu Hause und habe viel Zeit um mal wieder etwas von mir hören zu lassen.
Zuerst sollte ich euch wohl ein bisschen über Diwali erzählen. Diwali, auch genannt Lichterfest ist Ende Oktober- Anfangs November und gleichzeitig auch das Indische neue Jahr. Ich wusste vorher gar nicht, dass sie auch ein anderes Jahressystem haben als das westliche. Es ist das grösste Hindufestival aber in jeder Region gibt es eine andere Geschichte, weshalb man den jetzt Diwali feiert, aber grundsätzlich feiert man den Sieg des Guten über das Böse. Diwali dauert vier Tage und an jedem Tag betet man zu einem anderen Gott um verschiedene Dinge. Am zweiten Tag z.B. zu Lakshmi, der Göttin des Reichtums. Und am letzten Tag werden die Brüder von den Schwestern gesegnet und die Schwestern werden beschenkt. Durch die ganze Diwali-Zeit isst man verschiedene Snacks, die speziell für Diwali sind wie Ladoos, Chauda,… Alle natürlich sehr lecker und naja man kann sie vielleicht mit Weihnachtsguetzli vergleichen. Und natürlich sollte man die Dias nicht vergessen. Das sind kleine Tonlämpchen die man mit Öl füllt und durch einen Baumwollstrick zum Brennen bringt. Da es ja Lichterfest genannt wird sind überall Lichter und Laternen und Festbehängungen. Es ist sehr schön die ganze Stadt im Licht zu sehen.
Am Sonntag nach dem offiziellen Diwali, besuchten wir meinem Cousins Frau Zuhause. Sie kommt von einem Bauernhof und es war sehr interessant zu sehen wie ihre Eltern leben. Das Haus wurde erst kürzlich neu gemacht wurde mir gesagt und es sieht wirklich neu aus. Und sehr klein. Ein Raum und eine Küche, mehr nicht. Sie haben uns auch alle ihre Felder gezeigt und habt ihr schon einmal Erdnüsschen frisch aus der Erde gegessen? Nicht geröstet nicht getrocknet… sie sind ehrlich gesagt ziemlich anders aber auch gut.
Da ich zwischendurch verkältet war und sich meine Familie Sorgen gemacht hatte musste ich zum Doktor gehen, der, was ich ja schon ein bisschen komisch fand, meinen Blutdruck gemessen hat und mich gewägt hat. Ich meine was hat mein Blutdruck und mein Gewicht mit einer Verkältung zu tun? Nichts, genau nichts! Aber er gab uns das Rezept für drei verschiedene Tabletten, die alle zur Prävention von Virenausbrüchen waren, also Antibiotika. Und es war auch ein schöner Farbenmix. Rot, Gelb und Orange...
Da das meiner Verkältung wenig geholfen hatte gingen wir ein paar Tage später zum Ayurvedischen Doktor der uns auch zwei Tabletten gab aber die halfen wenigstens. Hier gibt es sehr viele verschiedene Doktoren. Die „normale“, ayurvedische und auch Jain Medizin. Es ist manchmal ein bisschen verwirrend den auch bei den Restaurants ist immer Veg, Non-Veg( Ei und Fleisch komischerweise wird Milch als vegetarisch angesehen) und Jain. Jain’s kochen ohne Zwiebeln und Knoblauch und sind streng vegetarisch.
Und vor ca. einer Woche bin ich einem Fitnesscenter beigetreten. Da Frauen und Männer getrennte Zeiten haben, kann ich von 12.00 bis 13.30 ins Gym gehen und es ist die perfekte Zeit, da es nach der Schule ist aber nicht wirklich spät und es ist sehr ermüdend jeden Tag 1 ½ h sport zu machen. Aber es macht Spass. Auch weil alle dort kein Englisch sprechen und ich dann versuche etwas in Marathi zu sagen und sie es nicht verstehen, aber Sätze wie „ Ich verstehe es aber ich weiss nicht so genau ob ich es richtig verstehe“ sind irgendwie auch schwer zu sagen in Marathi. Und ich kann auch mit dem Velo dort hingehen, also ich könnte auch laufen aber das Velo ist mir lieber J
Und ja ich kann jetzt ein Velo brauchen was ziemlich toll ist da ich jetzt auch weitere Distanzen ohne Riksha zurücklegen kann. Was aber wahrscheinlich erst nach den Prüfungen richtig zum Einsatz kommen wird. Ausserdem habe ich jetzt eine Bibliothekskarte von der ältesten Bibliothek der Stadt und auch irgendwie die Einzige die mehr als ein paar englische Bücher hat. Die meisten Bücher dort sind allerdings schon älter so von bis zu 1950. Spätere Bücher gibt es sehr wenige. Und was sehr Schade ist, die Bücher werden nicht wirklich gut aufbewahrt und Bücher die evtl. Nur ein zweimal ausgelehnt wurden sind schon richtig beschädigt. Aber ich liebe diesen Ort und weil ich meistens die einzige Person im Englischen Bereich( dem zweiten Stock) bin, blieb ich auch schon Stundelang dort und suchte Schätze in diesen lang vergessenen Büchern.
Da ich bemerkt habe, dass viele von euch nicht wirklich wissen was eine Riksha ist versuche ich euch es zu erklären. Also: Früher waren Rikshas, Kutschen die nicht von Pferden aber von einem Velofahrer gezogen wurden, sie funktionierten wie öffentliche Verkehrsmittel halt so funktionieren. Diese Art von Riksha gibt es heutzutage allerdings fast nur noch an Touristischen Plätzen und sie wurden durch Auto-Rikshas ersetzt, welche dreirädrige Wägelchen sind, die mit Benzin fahren und in denen sehr viele Leute Platz haben können. Also da ist der Fahrer, dann etwa 4 Kunden auf der Bank hinter dem Fahrer, natürlich haben nur drei bequem Platz aber das stört ja nicht ein bisschen gequetscht zu fahren. Dann wenn der Fahrer mehr Kunden will, nimmt er noch zwei zu sich auf den Fahrersitz und so ist es möglich, dass sieben Menschen in einer Riksha sind. Und es gibt Rikshas mit Lichtern, mit Musik alles mögliche.

Und noch etwas zu Diwali. Bevor man feiern kann, muss man sein ganzes Haus putzen, renovieren etc. Dies wird vorgeschrieben aber früher hatte es auch einen praktischen Nutzen, denn Diwali ist am Ende der Regenzeit und durch die Regenzeit hindurch wurden viele Häuser bechädigt und mussten renoviert werden.
Die meisten Gebräuche haben eben auch ihren Zweck!
Riksha

Ein paar Bücher der Bibliothek

Dia, ein Diwalilämpchen

Strassenbeleuchtung

Samstag, 11. Oktober 2014

Guguseli!

Also! Hallo J
Schon lange nichts mehr geschrieben, ich gebe zu ich hätte ja die Zeit dafür, aber die Motivation fehlt des Öfteren. Dafür kann ich euch jetzt vom Kino, dem Tanzen, dem einzigen nur Steinmuseum von ganz Asien, den Rangoli oder der Schule erzählen oder auch was sich so geändert hat. Wo fangen wir jetzt nur an? Let’s start with the most exciting news, ich kann endlich, es ist wirklich unglaublich aber wahr die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Das meint ich gehe mit Bus und Riksha in die Schule. Für euch vielleicht nicht so interessant denn sie ist ja schon vorher mit der Riksha in die Schule gegangen was ist ihr Problem? Naja es ist ein RIESIGER Schritt in Richtung mehr Selbständig- & Unabhängigkeit und es ist kostet nur noch halb so viel also freue ich mich und neben dem Fakt, dass ich nun auch zum Haus meiner Marathilehrerin laufen kann alles ganz alleine ist natürlich auch toll. Ok sie lebt nur fünf Minuten von uns aber es ist halt trotzdem gut, auch wenn ich täglich etwa fünf Misscall’s ( man lässt es nur läuten und die andere Person nimmt nicht ab) mache, das ich in der Schule ankam, dass ich von der Schule nach Hause gehe, dass ich das Haus von Marathilehrerin erreicht habe, dass ich mich jetzt wieder auf den Weg nach Hause mache etc. Weshalb das notwendig weiss ich jetzt auch nicht so genau, aber sie machen sich halt Sorgen und wollen immer wissen, dass alles in Ordnung ist.
Ok das nächste was irgendwie noch ganz lustig ist, ist das College. Wenn man morgens um 5.10 aufsteht damit man auch rechtzeitig um 7.15 dort ankommt( obwohl es niemanden interessiert) uund dann ein paar Tage hintereinander erfährt, dass holiday ist naja dann nervts einfach. Und morgens um 7 hat auch noch kein Laden offen und so bleibt man auch nicht einfach in der Stadt und macht etwas mit Freunden. Und natürlich sind die Terminal Exams in einem Monat und dazwischen ist noch Diwali und Diwali holidays wo wir keine Schule haben, doch es wird vorausgesetzt dass die Hälfte der Textbücher dann geprüft wird und die Lehrer machen kein Unterricht, also zwei Kapitel alleine Vorbereiten( die Kapitel sind ziemlich gross, in Geographie z.b. war dieses eine Kapitel Erdbeben, Vulkanos und Tsunamis und das nächste ist Klima und vier von denen kommen an einer Prüfung) Ja, es fällt mir auch auf, dass dieser Satz keinen Sinn macht und wahrscheinlich schwer zu verstehen ist aber wie sagt man das Zeug auch richtig?!
Mit der Sprache gibt’s so richtig einen Mix, wir lernen Marathi und Englisch( Obwohl ich gemerkt habe, dass ich jetzt mehr Fehler mache, weil sie es nicht verstehen wenn es grammatikalisch korrekt ist und andere Leute einfach immer diese Fehler sagen und ich sie kopiere
à es ist mein Fehler aber es nervt trotzdem) dann bin ich mit einem Italiener und einer Französin in der Stadt und wir alle hatten ein paar Jahre Franzöisch und so versuche ich mich manchmal daran etwas in Französisch zu sagen oder es zumindest zu verstehen. Und das deutsch kommt halt ein bisschen zu kurz, doch da kann ich euch ja gerade etwas Aufregendes erzählen: Im November werden zwei Volunteers von der Schweiz( Ja wirklich!) für zwei Wochen nach Nasik kommen. Ich hoffe sie sind aus dem deutschen Part dann kann ich deutsch sprechen. Ich freue mich jedenfalls schon mal.
What else? Ja vor ein paar Wochen gab es eine AFS selection (hier arbeitet alles mit Stipendien und so werden drei ausgewählt) und das war in so einer grossen Schule und ich ging einfach mit, weil ich ein bisschen gelangweilt war und nach einer gewissen Zeit nahm mich mein Vater mit auf einen Campusrundlauf um alles zu sehen und da war dieser Rangoliwettbewerb. Also nur um es euch zu erklären, Rangoli ist Reispulver welches in verschiedenen Farben erhältlich ist und normalerweise als Verzierungselement vor den Türen und Altären genutzt wird oder an speziellen Tagen wie Festivals oder Geburtstage, etc. Aber dieser Wettbewerb war anders, die Künstler haben richtige Kunstwerke gemacht und es war manchmal schon ein bisschen traurig, wenn man daran dachte, dass sie nach ein paar Tagen einfach weggewischt werden. Nun wir sind durchgelaufen und haben alles bewundert und weil die Inder hier so Freude haben an Ausländern fragten die Leiter mich, ob ich nicht teilnehmen könne, das wäre eine grosse Ehre für sie blabla… ich habe dann „teilgenommen“ und es war ganz lustig so ein ganzes Rangoli zu zeichnen und auch wenn es nicht wirklich wunderbar heraus kam so mag ich es doch.
Vor genau einer Woche war der letzte Tag von dem Navratri festival. Nav ist neun und ratri Nacht also meint der Name neun Nächte, es ist auch das Festival der Göttin Durga. Das Festival kommt aus dem Bundesstaat Gujarat und neun Nächte lang wird getanzt und am letzten Tag wird Dusshera gefeiert. Jeder Tag ist einer anderen Farbe gewidmet und so sah man plötzlich viele mit gelben Sarees oder am nächsten Tag grauen herumlaufen. Ich glaube diese Erklärung ist nicht ganz richtig aber so im Grunde. Und ja eines Tages ging ich dann auch mit Leuten aus meiner Tanzklasse tanzen. Natürlich mit Kostüm und einer langen Vorbereitungszeit bei einer Freundin und dem zu spät kommen um eine Stunde:D Es war richtig lustig und am Schluss habe ich mich so richtig indisch gefühlt. Und da war natürlich auch noch Kalika, in Kalika war so etwas wie eine Tempelkilbi man könnte es wohl so nennen. Mit vielen riesen Rädern und Essensständen der Musik und allem, ach es war einfach wundervoll. Und wer hätte es gedacht, dass es möglich ist Namen in Reiskörner zu ritzen, lesbar!
Und dann war da noch das Steinmuseum. Ich kann nicht so viel darüber erzählen aber es war sehr interessant alle diese Steine zu sehen, wie wundervoll sie doch gemacht wurden.
Gestern Abend sind wir dann, nach einem Tag bei Rose wo wir 2 1/2 Filme geschaut haben, ins Kino gegangen. Es war ein Film in Marathi aber er hatte Englische Untertitel. Und was ganz abnormal war, dass es nicht um einen Superhero ging der alleine 50 Männer k.o. schlagen kann und seine Heldin retten muss und dabei natürlich von seinem Feind angegriffen und verletzt wird, aber weil er halt so ein Starker ist besiegt er den Feind endlich und kann mit seiner Heldin ein schönes Leben haben. Und die Kampfszenen sehen nicht mal annäherungsweise echt aus. Also stellt euch vor wie gelangweilt man wird, wenn in jedem Film dasselbe passiert. Aber der Film gestern war gut. ES war mehr so ein Lebensgeschichtefilm über Dr. Baba Amte (Googelt ihn!) welcher im Regenwald von Maharashtra eine Klinik aufgebaut hat und immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte( wie z.B. die Sprache der Einheimischen, oder ihr misstrauen) und etwas faszinierendes ist, dass er alle möglichen Tiere als Haustiere hat, wie zum Beispiel Leoparden oder Löwen und er spielt mit ihnen und ist immer um sie herum und sie greifen ihn nicht an. Für ihn sind sie wie seine Kinder und dieser Mann und seine Frau leben immer noch dort und es war alles eine wahre Geschichte und ja ich bin sehr fasziniert von dieser Geschichte.
So das ist jetzt genug denn ich bin müde


Ein paar Fotos damit ich nicht alles so lange erklären muss J












Sonntag, 7. September 2014

Ganpati papa muria

Sicher habt ihr schon mal von den Indern und ihren Festivals gehört. Nun letzte Woche hat die Festival Season begonnen. 10 Tage lang wurde am Abend und am Morgen zu Ganesh, dem Gott mit dem Elephantenkopf und den vielen Händen auch bekannt als der Gott der Weisheit und Klugheit, gebetet. Sie opferten ihm Früchte und Süssigkeiten, die sie natürlich selbst assen, er hat sie halt auf eine Art geheiligt. Es war ganz interessant all das zu sehen und mitzuerleben, allerdings fühlte ich mich manchmal auch ein bisschen unwohl, vor allem wenn sie wollten, dass ich das Arti übernehme. Das Arti ist eine Art der Anbetung, man hat ein Teller mit einem Öllicht in der Hand und macht die ganze Zeit so Kreise etc. Aller anderen Singen und Klatschen. Aber es gab auch andere Dinge die man tut, so verziert man den Boden vor dem „Altar“ mit Rangoli, einer wirklich coolen Art von Reispulver Verzierung. Ich durfte ihnen helfen, eines zu machen, und auch wenn man ganz genau sah welcher Part von mir war, war es wirklich schön. Alle zwei Tage haben sie ein neues gemacht, mit viel Kreativität und Ideen.
Gestern haben wir dann ein bisschen anders gefeiert, meint wir haben eine Coucousine( naja immer noch schwester genannt) eingeladen so eine Art von Programm zu machen mit Gesang und einer Rede, von der man etwas lernen sollte. Naja ich muss sagen sie hatte eine sehr schöne Stimme, leider habe ich quasi nichts verstanden. Aber da meine liebe Marathilehrerin, welche mehr eine gute Freundin ist, da wir oft nur über alle möglichen Dinge reden und sie nur 1 Jahr älter ist, neben mir gesessen ist, hat sie mir am Schluss eine kleine Zusammenfassung gegeben. Es ging darum das man ein glückliches Leben hat, wenn man in jemandes Gebeten und in jemandes Gedanken ist. Da das meistens die Eltern betrifft sollte man sich glücklich schätzen, Eltern zu haben und sie respektieren.
Und da viele Leute kamen um zu zuhören, die meisten von ihnen kannte ich ein bisschen und sie waren alle sehr glücklich mich zu sehen und ein kleines Mädchen wollte ein Autogramm von mir, was dann doch ein bisschen komisch war, denn ich bin ja nicht wirklich anders, ich verstehe nur ihre Sprache nicht wirklich und bin WEISS. Das nervt schon manchmal wenn jeder dich als etwas anderes betrachtet weil du eine andere Hautfarbe hast. Es gibt Menschen, die einfach auf dich zu kommen, wenn du irgendwo bist (meistens passiert das auf dem Collegecampus), und dich fragen von wo du bist und wer du bist und weshalb du hier bist und blabla. Oder sie fragen die Leute mit denen du dort bist. Sie sind einfach zu neugierig und da sind natürlich alle die, die nur mit dir befreundet sein wollen weil du ein Ausländer bist. Lustig nicht? Wir wollen keine haben und hier wollen sie mehr von ihnen J (Das war jetzt mehr ein sarkastisch-ironischer Kommentar aber eigentlich ist es wahr)
Natürlich kamen auch viele Verwandte, mit denen ich mich schon ziemlich angefreundet habe, wenn man bedenkt dass ich schon 2 Monate hier bin. Die Verwandtschaft ist hier, oder jeden falls in meiner Familie, sehr wichtig. Man sieht sich mindestens einmal in der Woche oder so. Und es ist alles ein bisschen komplizierter, da ich meiner Tante Atya sage und meine Cousine sagt ihr Maushi. Denn Atya ist die Schwester des Vaters und da mein Vater zwei Schwestern hat, ist es Maushi für meine Cousine. Maushi meint die Schwester deiner Mutter. Also muss man immer aufpassen wer denn jetzt gemeint ist. Also ja meine Atyas kamen und meinem Cousin seine Frau und Kaku, ihre Schwiegermutter und meinem Vater Bruder’s Frau, was Kaku meint. Und beide Grossmütter (Aji’s à Atschi ausgesprochen). Und fast alle haben einen Sari getragen. Irgendwann werde ich auch einen tragen und ich freue mich schon auf den Tag. Denn es hat irgendetwas an sich 6 Meter Stoff um sich zu wickeln und dabei noch gut auszusehen. Keine Ahnung wie es funktioniert. Aber naja ich habe einen Punjabi Suit getragen. Der besteht aus einem Oberteil welches oberhalb der Knie endet und einer Pluderhose, in die man wahrscheinlich zweimal rein passen würde und die immer zu lang ist. Und einem Schal der man sich irgendwie über die Schultern drapiert. Eigentlich ist es hier ziemlich normal „traditionelle“ Kleidung zu tragen und öfters mal trage ich wenigstens Teile davon (Mit den Pluderhosen habe ich mich noch nicht so angefreundet). Vor allem wenn ich Tanzunterricht habe, weil es einfach irgendwie passt. Aber meine Mutter trägt quasi immer Punjabi suit. Und ich habe schon drei Paar, welche für mich geschneidert wurden à sie passen also super. Ein Sari werde ich aber sicher an Diwali tragen. Huh ja jetzt da wir schon in der Welt von Beauty& Fashion sind kann ich euch ja mal erzählen wie hier die Augenbrauen gezupft werden. Eine andere Person nimmt einen Faden und hat irgend so ein System wie sie ihn richtig hält und es ist viel schneller als wir und unsere Pinzetten. Und deshalb habe ich jetzt auch schön gemachte Augenbrauen, vergesst nicht, meine Mutter besitzt einen Schönheitssalon.
Das wohl interessanteste an Gestern war aber der Morgen. Meine Familie war der Meinung ich müsse nicht in die Schule gehen. Denn hier ist es normal zu „schwänzen“ und ich bin fast immer in der Schule gewesen. Also sagten sie wieder mal, geh einfach nicht in die Schule. Ja meine Eltern schlagen mir das vor. Haha stellt euch vor wenn die Eltern sagen „Ach, geh morgen nicht in die Schule es passiert ja sowieso nichts Wichtiges.“ Naja also ging ich nicht in die Schule aber ich musste dann trotzdem um die normale Zeit ( 5.30) aufstehen, da wir einen speziellen Markt besuchen gingen, der nur von 4.30 bis 7.30 geöffnet ist und zwar einen Blumenmarkt. Der findet jeden Tag statt und er ist nur am Morgen, weil die Farmer ja zuerst in die Stadt kommen und dann wieder nachhause gehen müssen. Ihr habt wahrscheinlich noch nie so viele Blüten an einem Ort gesehen. Leider habe ich keine guten Fotos gemacht, aber es war wirklich eindrücklich. Eine gelbe und eine Orange Blume konnte man wirklich quasi überall kaufen und es ist auch die normalere, billige Blumensorte. Wir kauften einen ganzen Sack von denen und dann noch ein paar Rosenblätter und weisse Blüten. Also ein mit einem Sack konnten wir das ganze Parkingareal schmücken, weil am Abend ja das Programm war. Als wir nach Hause kamen, haben zwei Nachbarinnen und ich damit angefangen, die Blumen( also nur die Orangen) aufzufädeln und Blumenketten zu machen, in verschiedenen Längen die dann aufgehängt wurden. Wir hatten etwa 2 Stunden also könnt ihr euch ja die Menge an Blumen vorstellen. Die Rosenblätter wurden allerdings gebraucht um den Altar zu schmücken und die weissen Blüten wurden auch aufgefädelt und ins Haar gesteckt. Es ist ganz schön, und vor allem wird man vom Duft eingelullt wenn man so eine Blumengirlande trägt.
Ja also das war wieder einer der untypisch erlebnisreichen Tage und deshalb wollte ich euch natürlich etwas darüber erzählen. Der normale Alltag ist leider todlangweilig, weil die Inder es lieben, den ganzen Tag TV zu schauen, zu lesen, zu essen und zu schlafen, wenn sie nicht arbeiten. Was meint nichts zu machen und da ich nur am Morgen Schule habe ist das etwa mein Tag nach 12. Bis ich dann abends Marathi oder Tanz klasse habe. Kannst du denn nicht einfach etwas machen? Fragt ihr euch wahrscheinlich, doch die Antwort ist nein. Denn ich darf nicht mit öffentlichen Verkehrsmittel reisen, geschweige denn draussen herum laufen. Also kreist alles in meinem Leben um eine kleine Drei-Zimmer Wohnung im äusseren Teil von einer Kleinstadt in mitten von Indien. Doch so schlimm ist es ja auch nicht, nur manchmal frage ich mich schon weshalb ich nichts tun kann. Nicht einmal einkaufen oder mich mit Freunden treffen, ausser meine Eltern kennen sie und blabla.

Habt ihr schon mal von der Indischen Pünktlichkeit gehört? Nein? Nun sie existiert nicht. Wenn jemand sagt, ja ich bin in fünf Minuten da, kann das alles zwischen 2Minuten und 1 Stunde meinen nur NICHT fünf Minuten. Was dann manchmal schon blöd ist vor allem wenn man mit jemandem abgemacht hat. Wie letzten Sonntag als wir Kuchen essen gehen wollten, und der liebe privat Rikshafahrer einen Notfall hatte und wir nur eine Stunde zu spät und am falschen Ort abgeladen wurden. Aber ich lerne geduldig zu werden was gut ist. J Morgen wird auch ein ganz spannender Tag und ich freue mich schon darauf, denn wir werden Blumen und Ganeshstatuen sammeln und somit die Umwelt rettenJ
Blumenmarkt, und das ist nur ein kleiner Stand

Ganeshstatue, verziert mit Blumen und allem

Rangoli-Ich habe mitgeholfen, aber sie haben es dann
 so schön gemacht dass meine unbeholfenen Blüemli gar nicht mehr auffallen

Meine liebe Familie
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Montag, 11. August 2014

Berge, Regen und Wandern

Wie schnell die Zeit doch vergeht! Jetzt ist schon über ein Monat von meinem Austauschjahr vergangen. Ich habe viel Dinge gesehen und erlebt und es fühlt sich an als seien wir schon seit Jahren hier. Ob ich die Schweiz manchmal vermisse? Klar vor allem die Menschen und die Sprache. Denn ich verstehe nicht sehr viel ausser sie wollen dass ich es verstehe und englisch sprechen.
Und von einem ganz speziellen Erlebnis möchte euch jetzt erzählen. Seit ihr schon einmal absichtlich im Regen wandern gegangen? Nein? Ich wusste auch nicht, dass man durchaus machen kann. So sind wir also an einem Samstagmorgen früh aufgestanden, ausnahmsweise Mal nicht in die Schule gegangen, und haben unsere sieben Sachen und die Regejacken gepackt und sind losgegangen. Natürlich nicht alleine, nein, wir haben einen ganzen Transporter voller Leute mitgenommen.
Und da Janice natürlich nicht so genau gewusst hat, was für Dinge man denn so auf einer Bergumrundungstour braucht, hat sie irgendwie alles ein bisschen falsch gewählt. Die falsche Jacke, die falschen Schuhe( es waren die richtigen, ich habe nur drei paar und ich weiss nicht mit was ihr lieber gehen würdet, Flipflops, schönen Sandalen oder Turnschuhen aus Leder) Naja ich habe die Flipflops gewählt. Da aber viele von uns auch Barfuss gingen, konnte ich ein paar richtige Sandalen auslehnen. Was im Nachhinein wohl eine sehr gute Entscheidung war, denn mit meinen Flipflops, die noch aus der Schweiz sind und eig. Nur für den Strand mehr oder weniger taugen, wäre ich alle fünf Minuten umgefallen. Und da ich dachte, es regnet bestimmt nur ein wenig, denn wer geht schon wandern wenn es richtig regnet, habe ich meine fake Lederjacke angezogen und wurde damit belohnt, dass ich schon zu Beginn der Wanderung durchnässt war. Aber hei, ich wurde nicht krank.
Als Kopfbedeckung habe ich dann auch ein sehr modisches Accessoire gewählt und zwar wenn ich euch präsentieren darf, neuste Modeerscheinung und unbedingt empfehlenswert, ein Plastiksack. Ja ihr habt richtig gehört, ein weiss-oranger Plastiksack. Und ich stelle wohl besser kein Foto davon online, denn gewisse Dinge möchte man halt für sich behalten (Wie neue Trends)
Da wir nicht Bergsteigen sondern Bergumwandern gingen, war es die meiste Zeit ziemlich flach und nicht anstrengend. Und da ja Regenzeit ist sieht man in all den Bergen rundherum Wasserfälle runterstürzen und es ist wirklich wunderschön, leider kann man es nicht mit der Kamera einfangen. Vor allem da es ja auch nicht so empfehlenswert ist, seine Kamera mit zu nehmen, wenn es regnet.
Beim Mittagessen, hat jeder eigentlich etwas für sich mitgebracht und noch ein bisschen mehr, denn was wäre indisch daran, wenn man nicht für jeden ein bisschen mitnimmt und teilt und teilt. Es war aber grossartig und fein. Es gab keinen Reis aber bei weitem auch keine Sandwiches oder so, sondern Chapati (Fladenbrot), Puri (kleines Brot welches süss oder salzig ist) und viele verschiedene Gemüse zum dazu Essen. Ich weiss nicht wirklich wie man die Dinge nun in Englisch schreibt, da ich immer die Lautsprache aufschreibe, jedenfalls am Anfang. Und die Zeichen zu entziffern versuche. Leider gibt es nicht nur das Alphabet, wie ich letztes Mal beschrieben habe, sondern sie hängen die Buchstaben auch noch zusammen, so dass alles wieder ganz anders aussieht. Und Jeder Vokal hat eine Abkürzung und man braucht eigentlich nie die ganzen, nur wenn z.B. ein i hinter einem a kommt. Ja. Und deshalb bin ich immer noch beim Alphabet. Auch wenn ich einigermassen lesen kann, weiss ich ja doch nicht was die Sachen heissen. So bedeutet unser „Zug“ hier „Fehler“. Also wenn ich „Fehler“ sagen will muss ich immer an einen Zug denken. Es gibt aber noch blödere Dinge, so bedeutet „Ja“ hier „Komm“. Am Anfang habe ich nie ganz verstanden wieso sie immer jajaja, sagten wenn ich einen Raum betrat doch nun macht es ja doch irgendwie Sinn, nicht wahr? Oh, ich bemerke gerade, dass ich ein bisschen vom Thema weggekommen bin.
Jedenfalls habe ich die Wanderung genossen, und neue Freunde gefunden, denn auch wenn wir nicht wirklich gut miteinander kommunizieren können geht es dann doch ganz gut. Am Abend, als wir endlich den ganzen Berg umrundet haben, wurde unsere ganz Gruppe ( wir waren zwischen 30-40) von einem Freund meines Gastvaters eingeladen. Wir assen viel und gut, tranken Chaha, und haben ihr Haus bewundert, denn es ist das eleganteste und schönste Haus, dass ich in Indien bisher gesehen habe. Auch wenn ich nie darin leben könnte. Denn wer fühlt sich in so einem Luxus schon wohl, wenn am Rande des Grundstücks eine kleine Hütte für die Bediensteten steht und auch sonst auf dem Land die Menschen so arm sind. Ich nicht, nicht ich.
Die Leute hier sind wirklich arm und deshalb ist es auch normal, ein paar Süssigkeiten einzupacken wenn man wandern geht. Die verteilten wir dann an die Kinder welche somit auch mal ein bisschen Schokolade( Die Inder sagen allen süssen Täfeli Choclate und ich frage mich oft, wo denn nun die Schoggi versteckt ist) bekommen. Die Armut ist generell überall und man kann sie nicht ignorieren, doch wo soll man anfangen, etwas zu verändern? Die Bauern pflügen ihre Felder mit den Ochsen und wenn sie halt keine Ochsen haben dann spannen sie sich selbst in den Pflug ein. Was dann doch die Minderheit ist. Na jetzt sind wir bei einem so traurigen Thema angekommen, dabei will ich euch doch die schönen Seiten zeigen.
Deshalb erzähle ich euch ein bisschen von meinen Strassenerlebnissen. In die Schule gehe ich mit einer Rikscha, da eine normale Rikscha aber zu gefährlich wäre, ist es eine sogenannte privat Rikscha, was eigentlich nur meint dass, er uns bei unserem Haus abholen kommt und es immer derselbe Fahrer ist. Ich spreche von uns, weil Rose, die Austauschschülerin von Frankreich und ich uns eine Rikscha teilen, wir wohnen nicht nahe beieinander oder so aber sie wohnt auf meinem Schulweg. Und da wir alle drei AFS-Austauschschüler in meiner Stadt in dieselbe Klasse gehen, ist es ja ok. In der Rikscha oder wenn ich mit meinem Vater auf dem Motorrad unterwegs bin, müssen wir immer ein Kopftuch tragen. Was am Anfang wirklich komisch war, doch jetzt ist es ganz ok.  Ja ihr habt richtig gehört, meistens bin ich mit einem Motorrad unterwegs, natürlich ohne Helm, denn wer braucht schon einen Helm. Der Verkehr ist manchmal ein bisschen beängstigend weil ständig gehupt wird, was das Zeug hält. Doch sonst ist es nicht so gefährlich, weil sie alle miteinander kommunizieren und ich nie jemand schneller als 50 fahren gesehen habe ausser meinen Bruder. Mein Bruder ist gleich alt wie ich, aber er kann Auto fahren und zwar besser als meine Eltern. Deshalb fährt auch er wenn wir als ganze Familie unterwegs sind. Meistens hat er aber keine Zeit weil er jeden Tag seine Tutions hat und in der 12ten ist, welche wirklich wichtig ist hier, da sie Entscheidet in welches Seniorcollege man kommt. Das Seniorcollege ist so etwas wie eine Universität. Also wichtig.
Und ich habe beschlossen hier einfach von Mutter, Vater und Bruder zu sprechen, denn das ist viel einfacher als immer noch ein Gast- davor zu hängen und ich bin ausserdem daran es zu lernen ihnen so zu sagen. Also es ist nicht irgendwie weil ich mein Mami& Papi und Schwestern in der Schweiz nicht vermisse oder so, denn ich vermisse euch:*.

Generell gibt es Phasen in denen man alles vermisst und solche in denen man doch sehr glücklich ist hier zu sein. Was ich sehr vermisse ist die Schule, denn hier muss ich nur die Texte aus dem Textbuch in mein Notizheft kopieren und wenn ich mein Buch zu Hause lasse, dann einfach nur schreiben was der Lehrer sagt, denn auch er liest aus dem Textbuch vor. Wir in der Schweiz sind so privilegiert mit unserer Bildung also meine Lieben, schätzt sie! Ausserdem wenn die Lehrer keinen Unterricht abhalten wollen, was meistens die zwei letzten Lektionen des Tages betrifft, dann halten sie keinen. Somit hat in den drei Wochen Schule die letzte Stunde noch nie stattgefunden. Weshalb wir sie dann überhaupt „haben“ frage ich mich manchmal auch…
Die wunderschönen Berge Indiens

Uns drei Austauschschüler am Glace geniessen

Sturzbächlein sind überall in den Bergen

Unser Transporter, so sind wir in die Berge gefahren ☺
Ich bin übrigens der weisse Geist auf der Seite

Das Kopftuch tragen gehört schon fast zum Alltag

Freitag, 25. Juli 2014

Schule...

Schulstart in Indien! Yay, nach zwei Wochen nicht wirklich viel tun, ist es einfach großartig endlich in die Schule gehen zu können. Bevor wir aber endlich gehen konnten, mussten wir sehr viel Papierkram erledigen, wirklich wir waren 3 mal auf einer Polizeistation und 5 mal im College, weil sie immer noch irgendwas brauchten...
Naja es hat ja alles geklappt. In meiner Stadt sind drei Austauschschüler und wir gehen alle in die gleiche Klasse. Was auf der einen Seite gut ist, weil immer jemand da ist, aber auf der anderen Seite macht man dann viel mehr mit ihnen, weil man unter der Woche zusammen ist und am Wochenende oft noch irgendetwas von AFS ist.
Die Schule hier ist sehr anders. Zum einen verstehe ich nicht sehr viel, da die Lehrer ein Mixmax aus Hindi, Marathi und Indischem Englisch sprechen und ich alles nicht wirklich verstehe☺
Ausserdem haben wir genau eine Pause und die ist 15 Minuten lang. Die Schule startet morgens um 7.15 Uhr und endet dafür um 12.10 Uhr. Dadurch können sie am Nachmittag eine andere Klasse dort unterrichten.
Ich bin in einem College und in Indien wählt man dann zwischen, Arts, Commerce & Science. Da sie ein ganz anderes Schulsystem haben und in Science viel weiter sind, und wir ja auch noch etwas anderes machen wollen als Schule haben wir Austauschschüler Arts. Das ist das "schlechteste", aber man braucht trotzdem noch 80% um das Jahr zu bestehen.
Meine Fächer sind: Geographie, Geschichte, Englisch, Französisch ( wir haben nochmal beim Alphabet angefangen), Psychologie, Wirtschaft und irgendein Umweltzeugs. Man konnte eins abwählen und ich habe Political Science abgewählt. Durch das habe ich an jedem Schultag ausser am Freitag eine Lektion frei. Und wir haben 6 Tage Schule. Aber in Indien nimmt niemand das College wirklich ernst. Mein Gastbruder zum Beispiel geht 2 in der Woche ins College und zwar wenn sie praktische Dinge tun. Anstatt ins College gehen die Inder dafür in Tutorings (so etwas wie Nachhilfe oder Förderung) Also keine Schule sondern Schule nach der Schule.
Da hier alle Marathi sprechen, versuche ich natürlich auch es zu lernen. Es ist etwas kompliziert, da sie 13 Vokale und 35 Konsonanten haben. Was ja nicht das grösste Problem wäre, wenn nicht ein Buchstabe d ist und der andere dh. ja es gibt insgesamt 8 verschiedene d & t's und ein paar g's und z's. Und für mich ist alles das selbe☺ Bei den Vokalen gibt es ein kurzes i und ein langes iii. und die schreibt man dann unterschiedlich, aber nur ein wenig. Was für mich wieder ein Problem darstellt, denn alle Zeichen sind zwar unterschiedlich aber irgendwie trotzdem alle ähnlich. Aber eigentlich habe ich schon viel gelernt für 2 1/2 Wochen. Dinge wie Ich bin Hungrig, Ich bin müde, viel Wörter vom Essen.
Apropos das Essen ist delicious( Wunderbar) auch wenn es manchmal zu scharf ist für mich. Aber ich mag es und der Reis ist mir definitiv noch nicht zu viel geworden. Am liebsten habe ich den Chai (Tee mit viel Zucker und Milch) er schmeckt übrigens überhaupt nicht nach Zimt, wie mich gewisse Leute gewarnt haben. Chai ist irgendwie auch das einzige was ich bis jetzt selbst kochen kann. Juhu. Und die indischen Süßigkeiten sind so gut da vermisst man die schweizerischen gar nicht so sehr. Doch es braucht ein bisschen Übung bis man versteht wie man mit den Fingern isst. Nachdem sie mir ein Trick gezeigt haben geht es aber schon viel besser. Man muss sich auch daran gewöhnen, denn die Finger werden ganz dreckig und das ist ja in der Schweiz gar nicht gut :D

Das ist meine Schuluniform, ganz in weiss
Dieses Mhendi zierte meinen Arm für 2 Wochen
Das Mhendi haben wir am ersten Tag gemacht. Mein Gastmami hat einen Schönheitssalon, und ich begleite sie manchmal zu ihrer Arbeit Es ist so etwas wie ein Henna-Tattoo und es war wirklich schön doch nun ist es verschwunden. Denn man wäscht sich hier die Hände sehr, sehr oft.