* Aufgrund des nicht verfügbaren Internets kommt dieser Eintrag leider 2 Wochen später und sorry für die komische Aufteilung mit den Bildern, hat nicht so wirklich funktioniert ^^
Eine wunderschöne Weihnachtszeit, welche ja auch die Zeit der Besinnung und der Ruhe ist, wünsche ich jedem Leser ☺
Es ist schon bald Weihnachten und ich bin mir sicher, dass
die Kerzlein zu Hause brennen und das Cheminée in regem Gebrauch ist. Doch hier
herrscht keine Weihnachtsstimmung, es ist jetzt zwar langsam ein bisschen
kälter aber nur durch die Nacht. Mittags wird es dann wieder warm. Es gibt auch
nicht wirklich viel Beleuchtung oder so, und trotzdem wird dies wohl ein
Weihnachten das schwer zu vergessen ist. Schon seit langer Zeit plant mein
Vater eine Weihnachtsparty mit vielen Leuten die alle noch nie wirklich
Weihnachten gefeiert haben und denken es besteht aus Weihnachtsbaum und
Samichlausmütze...
Doch da meine Familie einen Ofen gekauft hat, kann ich jetzt tatsächlich Brot und viele, viele Weihnachtsguetzli backen. Was meistens ziemlich lustig rauskommt, da ich irgendwelche Rezepte aus dem Internet nehme und irgendwie improvisiere.
Doch da meine Familie einen Ofen gekauft hat, kann ich jetzt tatsächlich Brot und viele, viele Weihnachtsguetzli backen. Was meistens ziemlich lustig rauskommt, da ich irgendwelche Rezepte aus dem Internet nehme und irgendwie improvisiere.
Doch jetzt muss ich euch erzählen was bei mir in den letzten
Wochen so passiert ist, denn das ist ja worum es in diesem Blog geht, mein
Indisches leben.
Nun, in den letzten zwei Wochen hat es ganz viel Berge und Landschaften beinhaltet und eventuell auch unzählige Affen und ein kleines Schlängchen.
Mit der Naturorganisation unserem College gingen wir nach Brahmagiri, dem zweit höchste Gipfel in Maharashtra und mit 1800m gar nicht so tief. Also ziemlich hoch. Dort gab es viel zu sehen zum Beispiel viele Affen, die jegliche Angst vor Menschen verloren haben, doch die Menschen ihre Angst leider nicht. So wurden wir angewiesen unsere Handys wegzustecken und unseren Rucksack immer zu tragen, denn die Affen könnten ihn ja entwenden. Auch wenn der Rucksack wahrscheinlich schwerer ist als die Affen selbst. Naja Teamwork maybe? ;) Und es war auch nicht zu überhören, wie die Mädchen herumgeschrien haben wenn sich ein Äffchen genähert hat. Ich habe es dann doch gewagt und mein Handy gebraucht um ein Photo zu schiessen.
Nun, in den letzten zwei Wochen hat es ganz viel Berge und Landschaften beinhaltet und eventuell auch unzählige Affen und ein kleines Schlängchen.
Mit der Naturorganisation unserem College gingen wir nach Brahmagiri, dem zweit höchste Gipfel in Maharashtra und mit 1800m gar nicht so tief. Also ziemlich hoch. Dort gab es viel zu sehen zum Beispiel viele Affen, die jegliche Angst vor Menschen verloren haben, doch die Menschen ihre Angst leider nicht. So wurden wir angewiesen unsere Handys wegzustecken und unseren Rucksack immer zu tragen, denn die Affen könnten ihn ja entwenden. Auch wenn der Rucksack wahrscheinlich schwerer ist als die Affen selbst. Naja Teamwork maybe? ;) Und es war auch nicht zu überhören, wie die Mädchen herumgeschrien haben wenn sich ein Äffchen genähert hat. Ich habe es dann doch gewagt und mein Handy gebraucht um ein Photo zu schiessen.
Eigentlich waren wir mit dieser Naturorganisation dort und
sollten etwas für die Natur tun, doch dann sind wir wiederum in Indien…
Also haben wir ein paar Foto’s geschossen mit Abfall in den Händen( Welcher danach wieder an denselben Ort geschmissen wurde) und das wars. Für die, die es nicht wissen, Indien hat grosse Probleme mit Abfall. Alle schmeissen einfach alles auf die Strasse und an Touristischen Orten ist auch alles voller Abfall. Es ist irgendwie einfach typisch Indisch, zu Hause wird das Haus täglich geputzt und der Abfall geleert aber auf der Strasse interessiert es niemanden, denn es ist ja nicht ihr Zuhause. Doch der Premier Minister, Modi, hat eine neue Kampagne gestartet für ein sauberes Indien. Deshalb werden jetzt mehr Programme zur Aufklärung der Bevölkerung etc. gemacht.
Also haben wir ein paar Foto’s geschossen mit Abfall in den Händen( Welcher danach wieder an denselben Ort geschmissen wurde) und das wars. Für die, die es nicht wissen, Indien hat grosse Probleme mit Abfall. Alle schmeissen einfach alles auf die Strasse und an Touristischen Orten ist auch alles voller Abfall. Es ist irgendwie einfach typisch Indisch, zu Hause wird das Haus täglich geputzt und der Abfall geleert aber auf der Strasse interessiert es niemanden, denn es ist ja nicht ihr Zuhause. Doch der Premier Minister, Modi, hat eine neue Kampagne gestartet für ein sauberes Indien. Deshalb werden jetzt mehr Programme zur Aufklärung der Bevölkerung etc. gemacht.
![]() |
| Tornmal-See |
![]() |
| Mein Gastvater und ich geniessen die Sterne |
| Eine Bäuerin und ihr Mädchen, sie hießen uns sehr freundlich willkommen |
![]() |
| Die Affen sind überall in Brahmgiri |
| Fast die ganze Gruppe - Die Aussicht war fantastisch |
Fast alles hier ist irgendwie mit Religion verknüpft und da
in Brahmgiri die Quelle von Godavri (Der zweite Ganga Indien’s und ein ziemlich
langer Fluss) liegt, sowiso. Freunde aus der Schule haben mir alles genau
erklärt beziehungsweise erzählt und doch habe ich nur die Zusammenfassung
behalten. Naja, es hatte ein paar Tempel dort und da meine Familie nicht so
religiös ist, war das eines der ersten Male, dass ich in einen Tempel ging.
Es war auch der Tag an dem ich eine Schlange mitten in der Natur gesehen habe, sie war ziemlich klein aber hochgiftig wurde mir gesagt. Ich finde es faszinierend, dass man all das einfach so sehen kann.
Es war auch der Tag an dem ich eine Schlange mitten in der Natur gesehen habe, sie war ziemlich klein aber hochgiftig wurde mir gesagt. Ich finde es faszinierend, dass man all das einfach so sehen kann.
| Tornmal |
Doch jetzt kommen wir zum Highlight dieses Monats oder
wahrscheinlich der ganzen fünf Monate. Es wird mir gerade bewusst, dass es schon
ein halbes Jahr her ist, das ich von Zuhause weg gegangen bin und in einer
Kleinstadt Indiens gestrandet bin…
Die Hälfte meiner Zeit hier ist vorbei und ich weiss nicht ob ich Traurig oder Glücklich sein soll, doch am Ende überwiegt die Traurigkeit, dass nun die Hälfte meiner Zeit hier vorbei ist und das ich nur noch fünf Monate mit Leuten zusammen sein kann die ich ein gefühltes Leben kenne schon. Es gibt sie tatsächlich, diese Menschen. Ein paar von euch haben sich sicher gefragt ob ich keine Indischen Freunde habe, da ich keine Fotos mit Indern hoch lade. Aber es braucht halt einfach Zeit die richtigen Menschen zu finden und ich bin froh habe ich das auch. So ist zum Beispiel meine Marathilehrerin nur zwei Jahre älter als ich und von 1 ½ Stunden passiert es öfters, dass wir eine Stunde über irgendwelche Themen diskutieren ohne Marathi zu machen, aber da sie mir freiwillig und gratis Klassen gibt ist das nicht so schlimm.
Die Hälfte meiner Zeit hier ist vorbei und ich weiss nicht ob ich Traurig oder Glücklich sein soll, doch am Ende überwiegt die Traurigkeit, dass nun die Hälfte meiner Zeit hier vorbei ist und das ich nur noch fünf Monate mit Leuten zusammen sein kann die ich ein gefühltes Leben kenne schon. Es gibt sie tatsächlich, diese Menschen. Ein paar von euch haben sich sicher gefragt ob ich keine Indischen Freunde habe, da ich keine Fotos mit Indern hoch lade. Aber es braucht halt einfach Zeit die richtigen Menschen zu finden und ich bin froh habe ich das auch. So ist zum Beispiel meine Marathilehrerin nur zwei Jahre älter als ich und von 1 ½ Stunden passiert es öfters, dass wir eine Stunde über irgendwelche Themen diskutieren ohne Marathi zu machen, aber da sie mir freiwillig und gratis Klassen gibt ist das nicht so schlimm.
| Tornmal |
Mein Marathi macht auch immer wieder Fortschritte und
manchmal ist es ganz lustig, da ich denke sie brauchen ein Englisches Wort und mir
ihre Sätze dann irgendwie zurecht lege bis ich nach einer gewissen Zeit
dahinter komme, dass es KEIN Englisches Wort ist und dann muss ich irgendwen
nach der Übersetzung fragen ☺
Aber jetzt das Highlight:
Mit meinem Vater, meiner Marathilehrerin, ihrem Cousinbruder und einem Freund meines Vater der gut Autofahren kann, ging es am Montagmorgen um 6 Uhr los.
6 Stunden und 300 km später sind wir auch schon am Ziel, Tornmal. Eine Bergstation zwischen den drei Staten Maharashtra, Madhya Pradesh und Gujarat. Ein Ort an dem die Luft noch rein ist und man die Sterne klar sehen kann. Ein Ort, an dem viele Bauern leben und die Kinder stundelang laufen müssen um in die Schule zu gelangen, wenn sie überhaupt gehen.
Mit meinem Vater, meiner Marathilehrerin, ihrem Cousinbruder und einem Freund meines Vater der gut Autofahren kann, ging es am Montagmorgen um 6 Uhr los.
6 Stunden und 300 km später sind wir auch schon am Ziel, Tornmal. Eine Bergstation zwischen den drei Staten Maharashtra, Madhya Pradesh und Gujarat. Ein Ort an dem die Luft noch rein ist und man die Sterne klar sehen kann. Ein Ort, an dem viele Bauern leben und die Kinder stundelang laufen müssen um in die Schule zu gelangen, wenn sie überhaupt gehen.
Für mich ist Indien in vielen Dingen Endlos, doch was mich
immer wieder erstaunt ist die Endlosigkeit der Landschaft; wenn man in den Bergen
ist sieht man nur Berge wenn man in einem Tal ist, ist alles Flach.
In Tornmal haben wir drei Tag und zwei Nächte verbracht und
es einfach genossen. Eine Pedalofahrt auf dem See, ein Lagerfeuer und eine
nächtlich Wanderung durch das ganze Dorf. Oder der Sonnenuntergang und der
Rosengarten, die Höhle oder die Wanderung entlang den Klippen, geführt von
einem Jungen der Lotusblüten zu verkaufen gehofft hatte. Es waren drei Tage
aber es fühlte sich an wie eine andere Endlosigkeit. Die Diskussion über Probleme
und die verschiedenen Umsetzungen der Lösungen. Alles in allem war es einfach
wundervoll. Und meine Füsse haben jetzt einen einen Flipflop Abdruck.
Durch die Nacht wurde es zwar ziemlich kalt doch durch den Tag war es wieder sehr warm und es ist nicht wirklich ein Problem gewesen. Ich vermisse den richtigen Winter schon ein bisschen vor allem das Gefühl das man bekommt.
Durch die Nacht wurde es zwar ziemlich kalt doch durch den Tag war es wieder sehr warm und es ist nicht wirklich ein Problem gewesen. Ich vermisse den richtigen Winter schon ein bisschen vor allem das Gefühl das man bekommt.
Manchmal war es auch sehr schwer all diese Armut in Tornmal
zu sehen. Da dort quasi nur Bauern leben. Bauern sind die Ärmsten in Indien.
Nicht die Menschen in den Slums der Grossstädte sondern die, die irgendwo in
einem gottvergessenen kleinen Dörfchen wohnen und stunden brauchen bis sie auch
nur zu einer Strasse kommen. Die meisten Menschen die wir getroffen haben waren
unterernährt und viele Kinder hatten keine oder wenig Kleider. Die Hütten waren
aus Lehm und Holz, die Dächer manchmal aus Stroh oder aus den Überresten der
letzten Maisernte( also den Stängeln). Es war sehr traurig all dies zu sehen
und zu wissen, dass man ihnen nicht helfen kann, und schon 10 Rupien viel Geld
sind.
Vielleicht tut es uns manchmal gut, innezuhalten und
aufzuschauen und uns umzuschauen und zu bemerken, dass diese Welt immer noch
ein schrecklicher Platz ist, egal wie sicher unser eigenes Leben scheint, dass
Kinder für uns arbeiten und nicht in die Schule gehen, aber auch nicht wirklich
Geld verdienen. Dass Menschen für ihr Essen kämpfen müssen und ohne fliessendes
Wasser, Strom oder Fernsehen auskommen. Dass Kinder Stundenlang laufen müssen
nur um ein grundlegendes Recht wie Bildung zu geniessen. Dass Dinge wie
Korruption und Gier sehr vieles kaputt macht und zwar nur damit eine einzige
Familie besser lebt. Nein, diese Welt ist nicht fair aber wann war sie das
schon? Immer wieder hören wir Nachrichten von Kriegen und Aufständen von
Hoffnung im Dunkeln und doch sind es dieselben Nachrichten, die schon vor 1000
oder 2000 Jahren die Welt erschüttert haben. Wir denken immer wir machen
Fortschritt für Fortschritt, aber wenn wir einfach mal stoppen und uns Umschauen
werden wir erkennen das unser Fortschritt ein ziemlich zerstörerische Seite hat
und das der Mensch sich langsam selbst auslöscht, aber mit ihm auch alles
andere auf dieser Erde. Und doch sollten wir nicht wenigstens versuche etwas zu
tun? Irgendetwas auf dieser Welt zum Guten zu verändern? Sei es unsere
Einstellung oder das Konzept einer Nation. Wir alle wollen Gutes tun und es
beginnt mit uns selbst! Aus dir heraus muss die Veränderung geschehen. Denn
wenn auch die ganze Welt wie aus dem nichts einfach so ändert und wir Menschen
bleiben gleich, dann versichere ich dir, sind wir nach ein paar Jahren wieder
gleich weit. Ich beginne mit der Person im Spiegel und wenn jeder das macht,
dann können wir etwas ändern und wenn auch nicht die Welt so doch uns selbst.
Deshalb bitte ich dich aufzuschauen und dich umzuschauen. Nimm dir Zeit und
lass das Schreckliche dieser Welt auf dich einwirken, aber lass es dich nicht
zerstören und lass die Veränderung zu.
Dieser letzte Teil war
vielleicht nicht etwas, was auf einen Austauschjahr Blog gehört und trotzdem
sind es die Gedanken die Zurzeit in mir herumwandern und die ich mit euch
Teilen möchte. Es sind schlussendlich diese Dinge die uns zu den Menschen
machen die wir sind und nicht welche Berge wir gesehen haben und welche nicht. Eine wunderschöne Weihnachtszeit, welche ja auch die Zeit der Besinnung und der Ruhe ist, wünsche ich jedem Leser ☺



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen