Dienstag, 24. März 2015

Melghat

Ferien sind immer schön oder nicht? Um das Ende der Prüfungszeit meines Bruders zu feiern, gingen wir für 5 Tage auf die Reise. Am morgenfrüh machten wir uns also zu 8 in einem Auto mit 7Plätzen auf den Weg. Für Stunden durften wir fahren und Musik hören, lachen und halt die normale Autofahrt eben… und dann kamen wir zu Shegaon. In Shegaon gibt es einen riesigen Park mit Templen, Musik und Lichter-Springbrunnen, fake Dampflokomotive, Meditationshallen, Aquarium, etc. Und da meine Familie die Schwester der Besitzerin gut kennt wurden wir überall wie VIPs‘ behandelt. Im Hotel, welches eig. Kein Hotel sondern eher so etwas wie ein Mutter-Kind, Obdachlose, etc. Heim ist, wurden wir mit Tee und Z’nacht versorgt das aus 5 verschiedenen Beilagen bestand! Normal sind eine oder zwei aber fünf! Und auch im Park oder am nächsten Morgen im Tempel wo man normalerweise 4-5h warten muss um rein zukommen waren kaum 5min vergangen und schon waren wir drin. Da mein Gastvater eben viele Leute kennt und in Nasik so etwas wie eine kleine Berühmtheit ist, durfte wir dann auch noch das lokale Ingenieurscollege anschauen gehen, da ein Freund dort arbeitet. Und sie waren sehr stolz auf ihr College und das dürfen sie auch sein, da es wahrscheinlich das erste ist in dem ich eine gute Indoor-Sporthalle sah oder eine richtige Bibliothek… und wir durften auch noch kurz vor einer Klasse über die Arbeit meines Gastvaters sprechen und dann "durfte" ich noch ein bisschen über AFS und mein Austauschjahr sprechen.

Family-time



Dschungelabenteuer


Nun 2h zu spät machten wir uns endlich auf nach Melghat. Melghat ist ein Tiger Reservoir im Norden von Maharashtra und 30-35 Tiger leben dort. Am nächsten Morgen also gingen wir auf eine rundfahrt zu einem Touristendorf, da wir wirklich mitten im Dschungel unser Hotel hatten. Auf dem Weg sahen wir viele Dinge unter anderem auch ein Dorf, welches von der NGO organisation World Vision unterstüzt wird und ich war erstaunt wie anders es tatsächlich wirkte, viel bessere Kleider, gesündere Kinder, mehr Frauen auf der Strasse… man sah richtig wie viel so ein Projekt verändern kann und ich bin froh das es sie gibt. Danach wurden Landschaftspunkte und alte Tempel angeschaut und ausversehen fuhren wir auch noch in Filmaufnahmen hinein, da sie auch nicht irgendwie abgesperrt haben oder so etwas. Und wir fuhren auch an einen Punkt wo wir so quasi ganz alleine waren und dem nicht normalen nebenmonsunzeitlichen Regen zuhören konnten. Der Regen war auch ein Grund weshalb wir nicht ganz so viele Tiere sahen wie wir uns erhofft hatten.
Und wir alle bekamen irgendwie auch eine kleine Grippe und somit war dieser Tag nicht wirklich so spannend, da jedenfalls ich die meiste Zeit nur schlafen wollte…
Der nächste Morgen startete mit viel Sonnenschein und Gelächter, am Eingang zu unserem „Hotel“ konnten wir verschiedene Affen, Pfaue, ein Wildschwein, ein Adler und noch viele andere Vögel sehen. Danach gingen wir einen anderen Ausblick anschauen und es ist einfach unglaublich wie friedvoll es dort oben, in mitten des Dschungels ist. Abgesehen von Vogelgezwitscher und Grillen Geräuschen absolut ruhig. Es war auch toll das unsere Mobiltelefone kein Empfang hatten, den so konnte mein Gastvater nicht ständig Anrufe entgegennehmen J Am Nachmittag gingen wir dann auf eine Tiger-safari, doch leider sahen wir keinen, dafür sahen wir aber eine Kobra die sich einen Weg durch die Steine schlängelte, viele viele Affen, da die wirklich überall sind und ein Wildes Bison welches ruhig sein Grass ass während wir durchfuhren. Da es Menschen nicht erlaubt ist dort zu leben und man nur hindurchfahren darf ist es einfach Natur pur. Es ist irgendwie ein bisschen schwer zu erklären wie es war da es einfach so ganz anders war als unser normales Indien hier.
Da wir soviele Tiere am Morgen sahen, dachten wir uns, wir sollten nochmal eine Safari machen aber am Morgen früh. Dies taten wir dann auch doch leider sahen wir nur ein paar Pfaue und ein Wildschwein, alle andere Tiere hielten sich gut versteckt…

Danach ging es dann auch schon wieder ab nach Hause. Mit dem Auto 12 Stunden durch die Hitze fahren ist einfach toll, deshalb genossen wir es dann auch und sind gut und gesund wieder nach hause gekommen. 

Donnerstag, 12. März 2015

Holi und weshalb man Indien einfach lieben sollte

Wie ein paar von euch wahrscheinlich mitbekommen haben feierte Indien gerade eines seiner vielen Festivals und zwar Holi. Bei uns wurde es zwar ein bisschen anders gefeiert als im Norden aber nichtsdestotrotz war es lustig. Am ersten Tag von Holi wurde ein Feuer gemacht mit verschiedenen Brennmaterien. Jeder Block oder jedes Quartier hat zusammen eines gebaut und dann auch angezündet. Holi wird gefeiert um die Göttin Holi zu ehren und das Feuer hat nebenbei auch noch einen sehr nützlichen Zweck. Die Ureinwohner haben nämlich sehr trockenes Holz aus dem Wald genommen und verbrannt und damit die Chancen eines Waldbrandes vermindert. Der Part von Holi, welches das Fest weltweit bekannt macht wird in Maharashtra erst 5 Tage später gefeiert und ist nunja, andere mit Farben beschmieren und mit Wasser abkühlen J Die alte Traditionelle Art ist, dass man mit seiner Familie und Freunden spielt und so sind meine Gasteltern und ich von Haus zu Haus gefahren und haben Farbe mit uns gebracht. Da sie mir alles zeigen wollten gingen wir dann auch noch in die Stadt um die „moderne“ Art zu sehen. So gab es Brunnen oder ausgehobene Bäder die mit gefärbtem Wasser gefüllt waren und in denen man ein Bad nehmen konnte und somit auch noch gerade eine gratis Färbung des Körpers und aller Kleider. Und dann gab es noch Regenduschen, wobei mitten auf der Strasse ein paar Duschköpfe zusammen Regen brachten und in denen jeder, dank der angenehmen Hindimusik, tanzte. Inder sind einfach Masters‘ in Feiern und wissen auch wie sie mehrere Generationen zusammen bringen können. Manchmal ist es zwar wirklich ganz anders als wir es uns vielleicht gewöhnt sind doch das macht ja auch irgendwie seinen Reiz aus…
Ja, was ist sonst noch so passiert? Eigentlich nicht viel, Februar ist immer so ein kurzer Monat. Doch es war trotzdem interessant und voller Erlebnisse. Man traf Freunde wieder, sah einen neuen Kinofilm etc…
Meine Fitnesszentertage sind jetzt leider schon vorbei oder jedenfalls vorläufig und da mussten natürlich noch ein paar Fotos geschossen und gezeigt werden. Meine Gene sind übrigens von väterlicherseite wie sie mir einstimmig verkündet haben.
Bei uns ist es jetzt Sommer und ständig so heiss. Mein Körper hat sich auch noch nicht so ganz an die Hitze gewöhnt und Kopfweh oder Übelkeit ist mein häufiger Begleiter. Doch da ich die ersten 7 Monate ja überhaupt keine Gesundheitlichen Probleme hatte, ist es nicht so schlimm.
Und Morgen werden wir endlich in die Ferien gehen, da mein Gastbruder seine Prüfungen abgeschlossen hat. Wir werden in einen Natur und Wildlebenspark gehen und ich hoffe ich werde das ein oder andere Tier sehen, und nicht nur Mücken…
Da ich heute eher wenig Spannendes zu erzählen habe, möchte ich mal ein paar Dinge aufschreiben, die ich an Indien mag – und die es in der Schweiz so definitiv nicht gibt.
Etwas sehr Schönes an Indien ist, das es keine Rolle spielt welche Religion du hast(und auch immer weniger welche Kaste) sie werden deine Religion respektieren und dir manchmal zwar neugierige Fragen stellen doch die beantworten wir doch gerne. In Indien gibt es so viele verschiedene Religionen und Unterreligion und doch leben sie alle in ziemlichen Frieden zusammen. Da Religion wenigstens für Hindus irgendwie omnipräsent ist, ist das ja auch irgendwie wichtig.
Was mir manchmal Mühe macht aber an sich eigentlich wirklich etwas Gutes ist, die Inder werden dich Gastfreundlich aufnehmen und wohin du auch gehst mindestens einen Tee solltest du als guter Gast schon trinken und vielleicht noch etwas kleines Essen. Doch wenn man gerade zuhause gegessen hat oder schon vorher irgendwo auf Besuch war und dort bereits Teechen getrunken hat, nun dann kann man trotzdem nicht verzichten, da es sonst die Gastgeber verletzen würde. Sie lieben es auch mit dir zu plaudern und sind nach 8 Monaten immer noch erstaunt wenn du ein paar Wörter in ihrer Sprache sagst. Inder sind zu dem unglaublich stolz auf ihr Land welches ein paar grossartige Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Doch sie selbst dürfen es natürlich auch kritisieren und dass machen sie auch oft. Wenn ich dann jedoch zustimme, weil gewisse Sachen einfach wirklich dumm und nicht durchgeplant sind, werden sie ganz bestimmt IHR Indien verteidigen und mir sagen, dass jedes Land Fehler habe und blabla… ich finde das zwar eher amüsant aber naja.
Inder werden dich auch nicht einfach so verurteilen oder schlecht reden, ausser über „Unwichtigkeiten“ wie zum Beispiel das Gewicht oder so sachen. In meinem Gym wurde man, sobald man mal auf die Waage stand, sofort von allen gefragt, was den das Gewicht sei und wenn es mal mehr war als am Vortag wird einem ein Vortrag gehalten, dass man gesund essen solle und das man definitiv Gewicht verlieren sollte. Solche Dinge sind hier einfach öffentlich. Das erste was einen viele Menschen fragen ist „Was hast du heute gegessen?“, neben der Tatsache, dass das wohl jeden Tag ziemlich dasselbe ist, sind die Namen manchmal äusserst schwer zu merken. Oder die Verkäufer werden dich fragen für was du dies den brauchst und was du damit tun willst.
Nebenbei bemerkt sind Schuhläden hier etwas vom lustigsten überhaupt, die Verkäufer werden dir schön hinterher laufen und dir dabei helfen die Schuhe anzuprobieren! Also muss man dann immer irgendwie von Ihnen weglaufen und die Schuhe selbst an seine Füsse zu setzen. Hier ist es auch äusserst unhöflich, wenn man einfach in einen Laden geht und dann nichts kauft. Da man nicht selbst durch die Dinge stöbern kann, sondern ein Verkäufer von einem Regal hinter ihm alle Waren die er hat zeigt und du dann irgendwie so entscheiden musst, ist es ja auch verständlich…
Inder sehen ausserdem in jedem sofort einen Freund und bezeichnen dich auch als das, wenn man mehr oder weniger als Bekannte angesehen werden kann. Was auch toll ist an Indien, sind die riesigen Familien. Weshalb kann den die Schwiegermutter der Nichte nicht auch als enge Verwandte bezeichnet werden und wenn die Cousine des Ehemanns der Tante stirbt sollte man nun doch schon an die Beerdigung gehen.
Sie können sich auch immer Zeit nehmen und werden dich nicht komisch anschauen wenn du 30Minuten zu spät kommst, vielleicht sind sie selbst noch gar nicht da J Sie lassen sich nicht so schnell stressen und man findet, dass sie ziemlich im Moment leben.

Manchmal ist es verwirrend, eigentlich immer laut und chaotisch, manchmal sanft und melodiös, manchmal scharf und manchmal zu süss doch es ist einfach Indien und es ist unglaublich! Es hat so viele verschiedene Kulturen und Sprachen und Gewürze und meiner Meinung nach kann man es nur lieben.