Montag, 29. Dezember 2014

Weihnachten, Hochzeiten und andere Feste

Frohe Weihnachten euch allen. Nach einer wunderbar indischen Weihnachten möchte ich euch ein bisschen erzählen was so passiert ist bei uns…
Zuerst einmal gingen wir zu zwei Hochzeiten einmal mit AFS und das andere Mal hat die Cousine meiner Mutter geheiratet und sie (Aaee) hat das Makeup gemacht. Ich finde indische Hochzeiten ehrlich gesagt ziemlich langweilig, denn bei der Zeremonie hört niemand zu sondern schwätzt mit seinen Nachbarn und Verwandten, die er vielleicht noch nie getroffen hat. Zuerst ist am Abend vor der Hochzeit eine Pooja und die Braut wechselt ihren Sari in der Mitte natürlich. Insgesamt braucht eine Hindu-Braut 5 verschiedene Saris für ihre Hochzeit und muss natürlich die ganze Zeit wechseln. Und hier ist es normal, dass man nicht nur dem Brautpaar Geschenke gibt sondern das Brautpaar gibt auch welche an die Familie. Und die Geschenke kommen halt meistens nur von der Brautseite, so quasi als Mitgift für ihr Leben in einem neuen Haushalt. Gewisse Familien verlangen dann verrückte Dinge, wie ein Auto, eine Mikrowelle, etc. Das Beste an den Hochzeiten ist das Tanzen, das Essen und die Kleidung. Da ich Saris eigentlich ziemlich gerne mag durfte ich einen Sari von meiner Mutter auslehnen (Das gute an Saris ist, das sie nie zu klein oder zu gross sind^^). Mit dem indischen Tanzen habe ich es nicht so, aber eigentlich ist es sehr einfach man streckt einfach seine Arme über den Kopf und macht einen Schritt vor und zurück… oder so sieht es wenigstens für mich aus J Da ich an zwei Hochzeiten war an denen das Essen sehr verschieden war kann ich es nicht so beurteilen, aber es muss ungefähr für 400 Leute reichen an einer normalen Hochzeit. Die meisten wählen da schon ein billigeres Gericht wie Daal und Reis mit einer Süssigkeit, doch an einer Hochzeit gab es so ziemlich alles. Es gab Eiscreme, Chinesisches Essen, Salate, Nudeln, etc. Doch man fühlt sich nicht so festlich wie an einer Schweizerischen Hochzeit, da es ziemlich gross und unübersichtlich ist. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis. Mein Vater ging an eine Hochzeit mit 5‘000 Gästen, da der Vater der Braut ein Politiker war.
Apropos: Da mein Vater eine kleine Berühmtheit ist, wegen seinem Einsatz für die Umwelt kam vor zwei Wochen ein wichtiger Politiker zu unserem Garten. Da dieser Mann wichtig ist, musste er natürlich auch 1 ½ h zu spät kommen, wie könnte es anders sein? Deshalb kam ich dann auch zu spät zum Geburtstag von Janhavi…
Mit meinem normalerweise ziemlich unnützen College gingen wir tatsächlich auf einen Trip! Und zwar in das Küstengebiet von Maharashtra. Kokan. Da man so ungefähr 6-7 h mit dem Auto fahren muss bis man dort ist, wollten wir pünktlich um 21 Uhr abends losfahren damit wir schon am morgenfrüh in Pali, einem Ort mit einem speziellem Ganeshtempel, ankommen. Doch pünktlich um neun meint, dass man um 21.15 schon mal dem Busfahrer anruft um ihm zu sagen, er solle doch kommen. Der Busfahrer muss aber noch alles vorbereiten und andere Arbeiter/innen einsammeln, die dann kochen etc. Und deshalb kommt der Bus dann pünktlich um 23 Uhr. Das lustige daran war, dass ich mit meiner Schweizer Pünktlichkeit nervös zuhause herumgeblabbert habe, weil wir um 20.55 immer noch zuhause waren!
„Aber sie sagten pünktlich um 21 Uhr! Dann sind jetzt sicher schon alle dort und der Bus ist auch schon da! Was wenn sie ohne mich abfahren? Sie haben ja schliesslich gesagt: PÜNKTLICH um 21 Uhr! …“ Meine Gastmutter hat nur ein bisschen gelächelt und mir geraten, vielleicht doch einmal Meditation zu versuchen, das würde mich vielleicht Beruhigen.

Mit der Meditation habe ich es nicht so. Ich ging mit meiner Mutter in einen Yogakurs und nach ca. 4 Tagen durfte sie alleine gehen. Ich habe wirklich nichts gegen Yoga und eigentlich mag ich die Übungen sogar, da sie wirklich entspannend sind. Doch unser Yogakurs war für kranke Menschen und deshalb wurde am Anfang sehr viel Meditation gebraucht und nur langsam die Übungen mehr und mehr eingebaut. Stellt euch vor ihr seid extra um 6.45 in euren Ferien aufgestanden, nur um dann 45 min im Schneidersitz auf dem Boden zu Hocken und OOM zu sagen. Ich mochte es nicht. Allerdings hat mir eine Freundin den Sonnengruss gezeigt, was nur aus Dehnungsübungen besteht und das versuche ich jetzt jeden Tag am Morgen ein paar Mal zu machen.
Zurück zu Kokan J : Nach dem wir Pali gesehen haben, es gab eigentlich gar nichts zu sehen aber egal, gingen wir zu Raigad. Raigad war die Burg von Shivaji einem Herrscher in Maharashtra und auf einem Berg. Man konnte hochlaufen oder aber mit einer Gondelbahn gehen. Die Gondelbahn war sehr teuer und sehr, sehr langsam aber da es gerade ~13.00 Uhr war, war es sehr heiss. Deshalb beschloss unsere Gruppe mit der Gondel zu gehen. Doch da nur ungefähr 16 Personen in einer Viertelstunde transportiert werden können, durften wir geschlagene 3 Stunden und ein paar Minütchen warten. Die aus unserem College, welche gelaufen sind, waren etwa eine Stunde früher oben angekommen. Für ein paar war es das erste Mal, dass sie eine Gondel genutzt haben und sie waren ja soooo aufgeregt! Und soooo Glücklich.
In der Nähe von Raigad war dann auch unser Hotel in dem wir die Nacht verbrachten. Jeweils fünf in einem zweier Zimmer mit einer extra Matratze. Also drei Matratzen = fünf Personen… Ich habe dann freiwillig gewählt auf dem Boden zu schlafen, weil die Betten, welche wir zusammen geschoben haben, einfach so überfüllt waren. Am Morgen gab es natürlich pünktlich à la India Tee um 7.30. Unsere Gruppe die wegen Rose und Mir, wir haben die halt ein bisschen angetriebenJ, schon um 7.45 unten war, nun wie kann ich es sagen? Wir waren Mutterseelenallein. Weil wir deshalb viel zu spät abgefahren sind. (10.30 nenne ich nicht früh) kamen wir auch erst so um 15.00 am nächsten Ort an. Der nächste Ort, vielleicht merkt ihrs, ich habe keine Ahnung wie man den Namen schreibt, war eine Burg welche im Arabischen Meer ist. Ungefähr 500m vom Festland entfernt. Es war wirklich schön und man sagt es ist die einzige Burg welche Shivaji, der ja in Raigad wohnte, nicht einnehmen konnte. Mit einem diesmal schnellen und überfüllten Transport, fühlte man sich vielleicht etwa so wie Flüchtlinge die in einem Bötchen nach Europa kommen. Aber nach fünf Minuten ist das Sardinenspiel auch schon vorbei. Diese Burg ist wirklich schön, und da man dass alles mit einer Führung macht war es wenigstens für die Hindi sprechenden unter uns sehr interessant. In dieser Burg gibt es obwohl sie in einem Salzwassermeer ist, zwei Frischwasserzugänge, was halt schon spannend ist.
Dann als wir von dort weggingen zu unserem nächsten Ort, dem Strand wurde es schon dunkel und wir waren dann eben in der Nacht am Strand und den letzten Punkt unserer Fünf Besuchspunkte-Liste war Alibag. Leider sahen wir nichts von Alibag, ausser eine Souvenirstrasse, welche nur Eiscreme, Pani Puri, Pav Bhaji (Beides Essen) und ein paar billige leuchtende Plastikspielzeuge verkaufte.  Am nächsten Morgen kamen wir dann auch Zuhause an und da Kokan nicht so kalt ist wie Nasik, hatten wir das Glück die kältesten Tage zu verpassen ( Es wurde 4°C, BRRRRR) Eigentlich ist es immer noch kalt und da die Wohnungen so ausgerichtet sind, dass es im Sommer möglichst kühl ist, bin ich doch schon den ein oder anderen Tag durchgefroren da gesessen.
Am 24 Dezember war, wir ihr wohl alle wisst, Heilig Abend. Da ich mit meiner Familie darüber gesprochen habe und ihnen dann auch so ein bisschen erzählt habe wie wir feiern, wollten sie mich Glücklich machen und das ist ihnen auch super gelungen! In dem Treeclub, wie Rose und ich die Gruppe die mein Vater gegründet hat nennen, waren sie auch schon sehr aufgeregt das erste Mal in Ihrem Leben Weihnachten zu feiern. Deshalb wurde das Ganze eine richtige Indische Weihnachtsparty mit ungefähr 100 Gästen, Christmascake, natürlich ein paar Wiehnachts-Guetzli, Weihnachtsbaum, Krippe und einem Samichlaus. Es war wirklich schön so Weihnachten zu feiern auch wenn die Schweizerweise halt meine richtigen Weihnachten sind. Da eigentlich alle Gäste Hindus waren und noch 1 Muslim, lasen meine Marathilehrerin und ich die Weihnachtsgeschichte vor. Zuerst wollten sie, dass ich die Marathiversion vorlese, doch dieses Projekt haben wir schnell wieder aufgegeben. Deshalb habe ich unnötigerweise Englisch gelesen und sie danach in Marathi. Unnötig, weil eig. Alle Marathi besser verstehen. Doch alle haben sehr gut zugehört und wirklich Freude gehabt die Geschichte zu hören, von Maria und dem Engel, Jesus und den Hirten. Ausserdem waren ein paar der Gäste wirklich gute Sänger/innen und haben das ein oder andere Lied gesungen. Sogar ein Weihnachtslied wurde extra für uns drei gesungen (Es gibt sie eben nicht in Marathi oder Hindi)
Doch was die Meisten über Weihnachten wissen ist, das da ein Santa ist und das man Geschenke gibt. Deshalb bekam ich(Irgendwie niemand sonst, weil ja alle zu unserem Haus kamen und so, aber ich teile die Teilbaren natürlich mit meiner Familie) viele Geschenke, ein paar die wirklich süss und schön sind und ein paar die eher das Gegenteil sind. Nichtsdestotrotz einem Geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul J
Am 25 Abend ging ich dann zu Rose Haus und wir feierten in einem kleineren Masse und mit halb Europäischem Essen Weihnachten. Halb Europäisch meint; selbst gemachte Falafel und Kartoffelkugeli und einen Kohlsalat und was wirklich toll war; Orangensaft. Eigentlich kann man in Indien alles finden was man will, doch es ist einfach so teuer( wenigstens für Indische Umstände) Deshalb und natürlich weil das Indische Essen fabelhaft ist, esse ich nicht viel Europäisches. Ich vermute übrigens,  dass man von Daal abhängig werden kann, denn nach zwei/drei Tage ohne, vermisse ich ihn schon fast.
Frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr.








Montag, 15. Dezember 2014

Tornmal

* Aufgrund des nicht verfügbaren Internets kommt dieser Eintrag leider 2 Wochen später und sorry für die komische Aufteilung mit den Bildern, hat nicht so wirklich funktioniert ^^

Es ist schon bald Weihnachten und ich bin mir sicher, dass die Kerzlein zu Hause brennen und das Cheminée in regem Gebrauch ist. Doch hier herrscht keine Weihnachtsstimmung, es ist jetzt zwar langsam ein bisschen kälter aber nur durch die Nacht. Mittags wird es dann wieder warm. Es gibt auch nicht wirklich viel Beleuchtung oder so, und trotzdem wird dies wohl ein Weihnachten das schwer zu vergessen ist. Schon seit langer Zeit plant mein Vater eine Weihnachtsparty mit vielen Leuten die alle noch nie wirklich Weihnachten gefeiert haben und denken es besteht aus Weihnachtsbaum und Samichlausmütze...
Doch da meine Familie einen Ofen gekauft hat, kann ich jetzt tatsächlich Brot und viele, viele Weihnachtsguetzli backen. Was meistens ziemlich lustig rauskommt, da ich irgendwelche Rezepte aus dem Internet nehme und irgendwie improvisiere.
Doch jetzt muss ich euch erzählen was bei mir in den letzten Wochen so passiert ist, denn das ist ja worum es in diesem Blog geht, mein Indisches leben.
Nun, in den letzten zwei Wochen hat es ganz viel Berge und Landschaften beinhaltet und eventuell auch unzählige Affen und ein kleines Schlängchen.
Mit der Naturorganisation unserem College gingen wir nach Brahmagiri, dem zweit höchste Gipfel in Maharashtra und mit 1800m gar nicht so tief. Also ziemlich hoch. Dort gab es viel zu sehen zum Beispiel viele Affen, die jegliche Angst vor Menschen verloren haben, doch die Menschen ihre Angst leider nicht. So wurden wir angewiesen unsere Handys wegzustecken und unseren Rucksack immer zu tragen, denn die Affen könnten ihn ja entwenden. Auch wenn der Rucksack wahrscheinlich schwerer ist als die Affen selbst. Naja Teamwork maybe? ;)  Und es war auch nicht zu überhören, wie die Mädchen herumgeschrien haben wenn sich ein Äffchen genähert hat. Ich habe es dann doch gewagt und mein Handy gebraucht um ein Photo zu schiessen.
Eigentlich waren wir mit dieser Naturorganisation dort und sollten etwas für die Natur tun, doch dann sind wir wiederum in Indien…
Also haben wir ein paar Foto’s geschossen mit Abfall in den Händen( Welcher danach wieder an denselben Ort geschmissen wurde) und das wars. Für die, die es nicht wissen, Indien hat grosse Probleme mit Abfall. Alle schmeissen einfach alles auf die Strasse und an Touristischen Orten ist auch alles voller Abfall. Es ist irgendwie einfach typisch Indisch, zu Hause wird das Haus täglich geputzt und der Abfall geleert aber auf der Strasse interessiert es niemanden, denn es ist ja nicht ihr Zuhause. Doch der Premier Minister, Modi, hat eine neue Kampagne gestartet für ein sauberes Indien. Deshalb werden jetzt mehr Programme zur Aufklärung der Bevölkerung etc. gemacht.

Tornmal-See
Mein Gastvater und ich geniessen die Sterne





Eine Bäuerin und ihr Mädchen, sie hießen uns sehr freundlich willkommen
Die Affen sind überall in Brahmgiri
Fast die ganze Gruppe - Die Aussicht war fantastisch

Fast alles hier ist irgendwie mit Religion verknüpft und da in Brahmgiri die Quelle von Godavri (Der zweite Ganga Indien’s und ein ziemlich langer Fluss) liegt, sowiso. Freunde aus der Schule haben mir alles genau erklärt beziehungsweise erzählt und doch habe ich nur die Zusammenfassung behalten. Naja, es hatte ein paar Tempel dort und da meine Familie nicht so religiös ist, war das eines der ersten Male, dass ich in einen Tempel ging.
Es war auch der Tag an dem ich eine Schlange mitten in der Natur gesehen habe, sie war ziemlich klein aber hochgiftig wurde mir gesagt. Ich finde es faszinierend, dass man all das einfach so sehen kann.
Tornmal
Doch jetzt kommen wir zum Highlight dieses Monats oder wahrscheinlich der ganzen fünf Monate. Es wird mir gerade bewusst, dass es schon ein halbes Jahr her ist, das ich von Zuhause weg gegangen bin und in einer Kleinstadt Indiens gestrandet bin…
Die Hälfte meiner Zeit hier ist vorbei und ich weiss nicht ob ich Traurig oder Glücklich sein soll, doch am Ende überwiegt die Traurigkeit, dass nun die Hälfte meiner Zeit hier vorbei ist und das ich nur noch fünf Monate mit Leuten zusammen sein kann die ich ein gefühltes Leben kenne schon. Es gibt sie tatsächlich, diese Menschen. Ein paar von euch haben sich sicher gefragt ob ich keine Indischen Freunde habe, da ich keine Fotos mit Indern hoch lade. Aber es braucht halt einfach Zeit die richtigen Menschen zu finden und ich bin froh habe ich das auch. So ist zum Beispiel meine Marathilehrerin nur zwei Jahre älter als ich und von 1 ½ Stunden passiert es öfters, dass wir eine Stunde über irgendwelche Themen diskutieren ohne Marathi zu machen, aber da sie mir freiwillig und gratis Klassen gibt ist das nicht so schlimm.
Tornmal
Mein Marathi macht auch immer wieder Fortschritte und manchmal ist es ganz lustig, da ich denke sie brauchen ein Englisches Wort und mir ihre Sätze dann irgendwie zurecht lege bis ich nach einer gewissen Zeit dahinter komme, dass es KEIN Englisches Wort ist und dann muss ich irgendwen nach der Übersetzung fragen  
Aber jetzt das Highlight:
Mit meinem Vater, meiner Marathilehrerin, ihrem Cousinbruder und einem Freund meines Vater der gut Autofahren kann, ging es am Montagmorgen um 6 Uhr los.
6 Stunden und 300 km später sind wir auch schon am Ziel, Tornmal. Eine Bergstation zwischen den drei Staten Maharashtra, Madhya Pradesh und Gujarat. Ein Ort an dem die Luft noch rein ist und man die Sterne klar sehen kann. Ein Ort, an dem viele Bauern leben und die Kinder stundelang laufen müssen um in die Schule zu gelangen, wenn sie überhaupt gehen.

Für mich ist Indien in vielen Dingen Endlos, doch was mich immer wieder erstaunt ist die Endlosigkeit der Landschaft; wenn man in den Bergen ist sieht man nur Berge wenn man in einem Tal ist, ist alles Flach.
In Tornmal haben wir drei Tag und zwei Nächte verbracht und es einfach genossen. Eine Pedalofahrt auf dem See, ein Lagerfeuer und eine nächtlich Wanderung durch das ganze Dorf. Oder der Sonnenuntergang und der Rosengarten, die Höhle oder die Wanderung entlang den Klippen, geführt von einem Jungen der Lotusblüten zu verkaufen gehofft hatte. Es waren drei Tage aber es fühlte sich an wie eine andere Endlosigkeit. Die Diskussion über Probleme und die verschiedenen Umsetzungen der Lösungen. Alles in allem war es einfach wundervoll. Und meine Füsse haben jetzt einen einen Flipflop Abdruck.
Durch die Nacht wurde es zwar ziemlich kalt doch durch den Tag war es wieder sehr warm und es ist nicht wirklich ein Problem gewesen. Ich vermisse den richtigen Winter schon ein bisschen vor allem das Gefühl das man bekommt.   
Manchmal war es auch sehr schwer all diese Armut in Tornmal zu sehen. Da dort quasi nur Bauern leben. Bauern sind die Ärmsten in Indien. Nicht die Menschen in den Slums der Grossstädte sondern die, die irgendwo in einem gottvergessenen kleinen Dörfchen wohnen und stunden brauchen bis sie auch nur zu einer Strasse kommen. Die meisten Menschen die wir getroffen haben waren unterernährt und viele Kinder hatten keine oder wenig Kleider. Die Hütten waren aus Lehm und Holz, die Dächer manchmal aus Stroh oder aus den Überresten der letzten Maisernte( also den Stängeln). Es war sehr traurig all dies zu sehen und zu wissen, dass man ihnen nicht helfen kann, und schon 10 Rupien viel Geld sind.
Vielleicht tut es uns manchmal gut, innezuhalten und aufzuschauen und uns umzuschauen und zu bemerken, dass diese Welt immer noch ein schrecklicher Platz ist, egal wie sicher unser eigenes Leben scheint, dass Kinder für uns arbeiten und nicht in die Schule gehen, aber auch nicht wirklich Geld verdienen. Dass Menschen für ihr Essen kämpfen müssen und ohne fliessendes Wasser, Strom oder Fernsehen auskommen. Dass Kinder Stundenlang laufen müssen nur um ein grundlegendes Recht wie Bildung zu geniessen. Dass Dinge wie Korruption und Gier sehr vieles kaputt macht und zwar nur damit eine einzige Familie besser lebt. Nein, diese Welt ist nicht fair aber wann war sie das schon? Immer wieder hören wir Nachrichten von Kriegen und Aufständen von Hoffnung im Dunkeln und doch sind es dieselben Nachrichten, die schon vor 1000 oder 2000 Jahren die Welt erschüttert haben. Wir denken immer wir machen Fortschritt für Fortschritt, aber wenn wir einfach mal stoppen und uns Umschauen werden wir erkennen das unser Fortschritt ein ziemlich zerstörerische Seite hat und das der Mensch sich langsam selbst auslöscht, aber mit ihm auch alles andere auf dieser Erde. Und doch sollten wir nicht wenigstens versuche etwas zu tun? Irgendetwas auf dieser Welt zum Guten zu verändern? Sei es unsere Einstellung oder das Konzept einer Nation. Wir alle wollen Gutes tun und es beginnt mit uns selbst! Aus dir heraus muss die Veränderung geschehen. Denn wenn auch die ganze Welt wie aus dem nichts einfach so ändert und wir Menschen bleiben gleich, dann versichere ich dir, sind wir nach ein paar Jahren wieder gleich weit. Ich beginne mit der Person im Spiegel und wenn jeder das macht, dann können wir etwas ändern und wenn auch nicht die Welt so doch uns selbst. Deshalb bitte ich dich aufzuschauen und dich umzuschauen. Nimm dir Zeit und lass das Schreckliche dieser Welt auf dich einwirken, aber lass es dich nicht zerstören und lass die Veränderung zu.

Dieser letzte Teil war vielleicht nicht etwas, was auf einen Austauschjahr Blog gehört und trotzdem sind es die Gedanken die Zurzeit in mir herumwandern und die ich mit euch Teilen möchte. Es sind schlussendlich diese Dinge die uns zu den Menschen machen die wir sind und nicht welche Berge wir gesehen haben und welche nicht.
Eine wunderschöne Weihnachtszeit, welche ja auch die Zeit der Besinnung und der Ruhe ist, wünsche ich jedem Leser